Samstag, Dezember 12, 2020

Alien Invasion

Ich habe nie viel für Spotify und dergleichen Zeugs übrig gehabt. Wenn mir Leute Spotify - links auf Whatsapp schicken winke ich innerlich ab. Es macht vermutlich keinen Sinn, jemanden, der solche links verschickt zu erklären, dass es Menschen wie mich gibt, die die app noch nicht einmal runtergeladen haben, von einem Premium account ganz zu schweigen. Dabei halte ich mich eigentlich für einen, der zumindest was Populärmusik angeht, einiges auf dem Kasten hat. Selbst von meiner Schwester Hirn, die selbst ein Sontext - Master sondersgleichen ist erreicht mich gelegentlich ein Anruf mit der Frage, was dieses oder jenes doch gleich für ein Lied gewesen ist. Nicht selten habe ich, wenn nicht eine Antwort, zumindest einen entscheidenden Hinweis parat. Beim Autofahren jedoch, bevorzuge ich seit vielen Jahren nun, ob für kurze oder lange Strecken, mittlerweile Bayern 2, einen Bildungsradiosender mit immer wieder hochinteressanten Sendungen zu allen erdenklichen Themen.

Und so lief dieser auch den halben Kilometer von meiner Wohnung zum Lidl - Discounter, als ich mich im Frühjahr des Jahres 2016 aufmachte, meine Samstagseinkäufe zu erledigen. Es war etwa 13:45 Uhr und es ging dieses mal um ein astronomisches Thema. Um möglicherweise flüssiges Wasser auf einem der Jupitermonde und dergleichen mehr. "Nettes Thema, immer wieder gerne gehört", dachte ich mir, gerade die Haslacher Kirche passierend. Als ich mich nur wenige Augenblicke später schon auf Höhe meines Zielortes befand erfuhr ich, dass es sich hierbei um eine Sondersendung handelte, die deshalb gesendet wurde, da kurz zuvor unbekannte Flugobjekte in der Erdatmosphäre entdeckt wurden...

WIE BITTE?!?

Hatte ich das eben richtig gehört? Zum Teufel noch eins, jetzt war es so weit. Wenn mir der jahrelange Konsum unter anderem von Filmen wie Indepence Day oder Krieg der Welten eines gelehrt hatten dann, dass Außerirdische, die sich offenbar in größerer Menge im Orbit der Erde aufhielten, mit Sicherheit nichts Gutes im Schilde führten. Ich nestelte in meiner Hosentasche nach meinem Handy und rief sofort Huber an. Wenn es jemanden gibt, der Nachrichten welcher Art auch immer garantiert noch vor mir gehört hatte, dann war das er. Jedoch war dieser nicht zu erreichen. Kein Wunder, dachte ich mir folgerichtig, vermutlich hat er sich mit seiner Familie schon in irgendeinem safe room verkrochen. Aufgewühlt erhob ich meinen Blick gen Himmel. War womöglich schon irgendwo ein UFO zu entdecken? Verflixt, musste sowas denn ausgerechnet zu meinen Lebzeiten passieren? "Es hilft ja alles nichts", dachte ich mir seufzend, schnappte mir einen (kleinen) Einkaufswagen und betrat den Supermarkt. Es war dort alles wie immer. Die übliche Anzahl an Leute schoben seelenruhig und nichtsahnend ihre Wägen vor sich her, der ein der andere Mitarbeiter füllte mit dem bekannten Nullcheckerblick die Regale auf. War denn ich der Einzige, der wusste, was sich hier in Kürze abspielen würde? Nicht zu fassen. Ich lachte beinahe in mich hinein. Am Wurstregal beobachtete ich eine Frau, die mit dümmlichem Gesichtsausdruck mit ihrem Mann debattierte, welche Streichwurst denn die bessere Wahl sei. "Ihr Narren" kam es mir unvermittelt in den Sinn und zog weiter, denn der Appetit war mir gänzlich vergangen. Ich hatte völlig vergessen, weshalb ich überhaupt hier war. Was genau ist mir daheim nochmal ausgegangen? Milch? Küchenrolle? Klopapier? Kein Plan!!! Gedankenlos kippte ich eine halbe Palette Froop - Joghurt im Angebot in meinen ansonsten gähnend leeren Einkaufswagen. Später würde ich nach Oberteisendorf zu meiner Freundin Melli fahren. Wie um alles in der Welt sollte ich ihr beibringen, dass uns mit großer Wahrscheinlichkeit eine Invasion feindlicher Geschöpfe bevorstand, so ängstlich wie sie ohnehin war? Mein lieber Herr Gesangsverein.

In meiner Apathie aufpassend, nicht mit anderen Leuten zu kollidieren näherte ich mich der Kasse 3, die völlig frei von anderen Kunden war. Noch ehe ich meine handvoll Sachen abgeladen hatte, hörte ich die Durchsage, dass Kasse 3 nun schließen würde und keine Einkäufe mehr auf das Band gelegt werden dürften. "Ja", dachte ich mir in stummer Verzweiflung, "Kasse 1 schließt auch bald, und zwar für immer..."
Als ich den Laden verließ dankte ich beinahe dem wolkenverhangenen Himmel, der mir den Blick auf schlimmeres Ungemach darüber verbarg. Um ein Haar ließ ich vor Schreck meine spärlich gefüllte Einkaufstüte fallen, als wie aus dem Nichts die Haslacher Feuerwehr - Sirene ertönte. Tja, da musste man wohl nur noch 1 und 1 zusammenzählen...
Wieder im Auto war es etwa 14:05 Uhr, als ich augenblicklich das Radio anmachte um mich über die Nachrichten zu informieren, was es jetzt zu tun galt. Ich war offensichtlich etwas zu spät dran, denn nach dem Sport ging es weiter mit dem Wetter. Nicht einmal jetzt gab es einen vernünftigen Programmchef, der einmal auf den Tisch haute um die Prioritäten einzuordnen, dachte ich mir wütend, als ich wenige Momente später schon in die Tiefgarage einfuhr. Kaum betrat ich im Anschluss die Wohnung fuhr ich meinen PC hoch und räumte die verbeulten Froops in den Kühlschrank, als ich schon vor dem Computer saß und Bild - online aufrief. Man mag der Bild vieles vorwerfen aber sie sind gemeinhin die ersten, die an Informationen gelangen. Gab es schon erste Opfer? Wo würden sie zuerst zuschlagen? Doch nichts! Absolut keine Information!
Das durfte doch wohl nicht wahr sein. Weiter zu Spiegel - online! Auch hier: Rein, gar nichts!
Mit etwas Mühe und einer Mischung aus Sorgenfalten und wachsendem Mangel an Vertrauen in meine Zurechnungsfähigkeit friemelte ich mich auf der Bayern 2 homepage zu dem eben gehörten Beitrag durch und stellte fest, dass es sich dabei um eine fiktive Geschichte gehandelt hatte. Ich hatte in meiner nicht einmal fünf Minuten dauernden Fahrt genau die viel zu kurze Passage gehört, bei der diese entscheidende Information nicht erwähnt wurde. Halleluja. Was fiel mir da für ein Stein vom Herzen. Glücklicherweise hatte ich die anderen Kunden nicht damit belästigt. Man hätte mich wohl kurzerhand - völlig zurecht - für vollkommen verrückt erklärt. Ebenso musste ich Melli nun nicht über die nahende Apokalypse unterrichten...puh! Ich schnappte mir mein Handy und textete Huber, dass ich soeben ganz klassisch ge"Orson Welles"d wurde. Unter meinen Freunden war er der Einzige, so dachte ich, der die Geistesgegenwart aufbrächte, hier entsprechend zu reagieren und er enttäuschte mich nicht. "Wer hat angegriffen"? lautete seine Antwort bzw. Frage. Ich musste schmunzeln. Ich war sprichwörtlich mit dem Schrecken davon gekommen.
Allerdings musste ich am Montag noch einmal zum Lidl. Mit den paar Froops würde ich nicht über die Woche kommen.

Sonntag, Juni 07, 2020

Feuchte Bestrafung

Mit dem Karma ist es so eine Sache. Jeder weiß, dass man es besser nicht herausfordern sollte. Und manchmal, wenn man am Wenigsten damit rechnet, schlägt die Gerechtigkeit zu, gezielt, unerbittlich und rücksichtlos. Schaut man aber genau hin, hätte man die einzelnen Fäden doch eigentlich erkennen können, naja, zumindest wenn man über gottgleiche Weitsicht verfügt hätte. Doch der Reihe nach. Begeben wir uns zurück ins Jahr 2003, einen kalten, ausgesprochen regnerischen Herbsttag im Oktober.
Es hatte wohl schon den ganzen Tag geregnet. Ich saß mit meinen 22 Jahren im Keller, meinem damaligen Kinderzimmer meines Elternhauses. Im Gegensatz zu ein paar Jahren davor, als ich mein winziges Zimmer im ersten Stock bewohnte, hatte ich hier ordentlich Platz. Zwar war es oft ungemütlich kühl, vor allem im Winter, aber ansonsten war ich sehr froh, nach unten gezogen zu sein. Das eingangs erwähnte Karma hatte allerdings im Sommer des vorangegangenen Jahres bereits einmal gezeigt, wer das Sagen hat. In den 18 Jahren, die wir insgesamt nun in der Auenstraße lebten (aus Sicht von 2002) gab es Gott weiß einige Unwetter und Wochen mit anhaltendem Dauerregen. Während ich in der Schule immer wieder von Berichten hörte, dass diverse Keller meiner Mitschüler unter Wasser gestanden hatten und die Feuerwehr zum Auspumpen kommen musste, kannte ich derartige Erlebnisse nicht aus eigener Hand. Egal wie viel Niederschlag auf unser Haus herabprasselte, egal wie sehr die wilde Traun wenige Meter neben uns wild und bösartig schäumte, ich konnte mich nicht erinnern, je in einem unserer Kellerräume auch nur einen leisen Tropfen Grundwasser erspäht zu haben. Als ich im Dezember 2001 dann meine sieben Sachen zwei Stockwerke nach unten transportierte, hatte ich entsprechend wenig Angst, dass sich daran etwas ändern sollte. Dann kam der August 2002 und das, was häufig als das Jahrhunderthochwasser bezeichnet wird. Der Südosten Bayerns gehörte zu den mit am stärksten betroffenen Gebieten und nun war es auch endlich in unserem - nun meinem - Keller soweit. Die ganze Familie inklusive Nachbarn pumpten und schleppten Wasser vom Keller nach oben, was das Zeug hielt. Um meine Videospielesammlung mehr besorgt als um meine Gesundheit, rettete ich alles nach oben in mein altes Zimmer, das ein oder andere Möbelstück, der Laminat-Boden und so manches Andere hatte weniger Glück. Trotzdem ging alles einigermaßen glimpflich zu Ende. Das Wasser kam nie über Knöchelhöhe und auch die Traun stieg, das war wohl das größte Glück, um ein Haar nicht über die Ufer. Trotzdem war es nun geschehen. Eine leistungsgstärkere Pumpe wurde besorgt, Opa betonierte das Kellerfenster aus, damit es aufsteigendes Grundwasser schwerer hatte in Zukunft, vor allem aber wusste ein Jeder ab sofort: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Denn schon ein Jahr später sorgte lediglich ein (allerdings unbeschreiblich starker) Gewitterschauer dafür, dass von meinem Kellerfenster aus erneut das Wasser geradezu in mein Kellerzimmer spritzend sich ergoss. Meine Mutter konnte, ich war abwesend, durch beherztes Eingreifen dafür sorgen, dass keine meiner Wertgegenstände zu Schaden kamen.

Wenige Monate später saß ich also an diesem Tag mit Dauerregen in meinem Kellerzimmer und beschloss nach einem Telefonat mit Huber, am Abend ins Kino nach Salzburg zu fahren. Superheldenfilme gab es schon lange vor dem MCU - die Liga der außergewöhnlichen Gentleman, und wie sich später heraussstellen sollte, Sean Connerys letzter Leinwandauftritt, sollte es werden. Wie üblich holte mich Huber mit seinem weißen BMW so gegen 18:30 Uhr ab. Auch in Salzbug am Airport Center war das Wetter scheußlich, als wir eine gute halbe Stunde später ankamen. Seit einiger Zeit parkten wir nicht mehr unten in der Tiefgarage, sondern suchten uns immer einen kostenfreien Parkplatz im Freien. Da das Gelände sehr weitläufig war, fand sich eigentlich immer irgendwo ein freier Platz, heute an diesem scheußlichen Regentag jedoch aus irgendeinem Grund nicht. Nach mehrmaligem Umrunden der Gebäude machte ich Huber den Vorschlag, doch auf dem fast vollständig leeren Parkplatz beim "Hofer" (österreichischer Aldi) zu parken. Huber hatte dabei ein etwas ungutes Gefühl, ich überredete ihn aber selbstbewusst dazu, weil ich mir vollkommen sicher war, dass entweder wir beide selbst oder ich mit jemand anderem vor nicht allzu langer Zeit dort auch problemlos geparkt hatten. Huber willigte schlussendlich ein und wir gingen den nicht ganz kurzen Weg im strömenden Regen Richtung Kino. Der Film stellte sich als schlechterdings mittelmäßig heraus und nachdem uns vor dem Kino neuerdings der unerbittliche Regen begrüßte, stapften wir missmutig los zurück zum Hofer um schleunigst nach Hause zu kommen, doch damit fing der schlimmste Teil des Abends erst an.

Wie man sich anhand der vorherigen Zeilen vielleicht schon ausmalen kann, war die Rückkehr auf den Parkplatz nicht gerade ein besonders schöner Moment, denn, wie bereits  vermutet, war das Auto verschwunden. Nach einem bestenfalls kurzen Zweifel war sehr schnell klar: Der Wagen wurde abgeschleppt. Ein zugehöriges Warnschild war anschließend auch rasch gefunden. Hubers Enttäuschung war ebenso groß wie es mir peinlich war. Wie konnte das denn sein? Drecks Ösis, verfluchte!
Ein Anruf beim hiesigen Abschleppdienst brachte recht schnell die bittere Erkenntnis, dass sich das Auto gut und gerne 15 km landeinwärts auf irgend einem Stellplatz für "solche Fälle" befand. Wir riefen uns ein Taxi und ließen uns (mit immer miserablerer Stimmung beim Blick auf den Zählerstand) zum Abstellplatz fahren. Schuldbewusst übernahm ich die rund 70 Euro Taxigebühr, ahnte aber schon, was nun folgen würde. Das Auto war da, Huber wies sich aus, bekam die Rechnung fürs Abschleppen in die Hand gedruckt und wir konnten endlich nach Hause fahren. Ich glaube es waren ungefähr 180 Euro (in meiner Erinnerung), die der Scherz kostete. Nach einem Jahr Schule war ich auch gerade ziemlich knapp bei Kasse und hüllte mich bei der Heimfahrt bezüglich der Kosten in Schweigen, während ich mir es indessen innerlich schön redete, dass die Taxifahrt immerhin auch schon ganz schön teuer war....
Ich glaube, dass wir kaum miteinander redeten. Huber ließ mich daheim aussteigen und, besonnen und zurückhaltend wie er in diesen Dingen nunmal ist, erwähnte die Sache dann auch nicht wieder, war aber sicher enttäuscht, dass von meiner Seite her kein Angebot für die Kostenteilung kam, denn der Vorschlag, dort zu parken, kam wie erwähnt, zweifelsfrei von mir. Beschämt zog ich mich in mein Zimmer zurück - der Regen fiel noch immer in großen Mengen vom schwarzen Nachthimmel - und dachte mir, naja wenn der Tag schon eh mehr als kacke war, dann holst du dir eben vorm Bettgehen wenigstens noch einen runter. Wenn man nicht alleine wohnt, gehen mit dieser Zeremonie in der Regel gewisse Vorsichtsmaßnahmen einher, wie man weiß. Ich persönlich war nie ein großer Fan des Zimmerabsperrens, denn gleichwohl dann niemand überraschend hereinplatzen kann wird gleichermaßen doch recht deutlich, was hier "gespielt" wird, darüber hinaus hatte ich in dieser Zeit praktisch nie Damenbesuch, weshalb auch dies als Ausrede nicht gezogen hätte. Ich lehnte also wie sonst auch die Tür an, um Laute von der Treppe im Ernstfall wahrzunehmen und außerdem würde der Spaß nach wenigen Minuten ohnehin vorbei sein. Zu dieser Zeit hatten wir zuhause, man mag es kaum glauben, noch kein Internet, daher setzte ich mich an meinen PC, Hübscheis alten Rechner, auf den er mir dankenswerterweise ein paar Gigabyte mit Pornografie diversen Inhalts hinterlassen hatte. Meine lila Jogginghose hatte ich bis unter das Gesäß gezogen, mit der rechten Hand bediente ich neben dem Offensichtlichen zusätzlich noch die Maus zur schnelleren Navigation und links unter dem Bildschirm lag das Tempo-Taschentuch für das krönende Finale. So weit, so Routine. Und so war ich also nichtsahnend mitten bei der Sache, als das Unsagbare geschah...

Ich hörte in meinem Rücken die Türe aufgehen...

Der menschliche Körper ist in adrenalingefüllten Stresssituationen zu so manchem fähig wie es heißt. Und noch war das Spiel auch nicht verloren, denn es gab noch den Vorteil eines günstigen Winkels. Direkt von der Tür aus war mein Platz nicht einzusehen. Ich hatte also noch etwa eine Sekunde, das wusste ich, doch leider hatte ich die Rechnung ohne meine eigene Dummheit gemacht. Es galt, in dieser Zeit drei entscheidende Dinge zu tun:

1. Die Hose hochzuziehen.
2. Das Video auszuschalten (und damit den Ton gleich mit)
3. Das Taschentuch zu entfernen.

Es stellte sich heraus, dass die heruntergezogene Hose der entscheidende Fehler war. Hätte ich "ihn", nun ja, nur aus der Jogginghose herausge"ploppt", wäre das Ganze mit einer blitzschnellen Handbewegung zu erledigen gewesen, nun galt es, die ganze Hose auf Oberschenkelhöhe, wieder nach oben zu bewegen. Zwar gelang mir dies mehr schlecht als recht, jedoch fiel mir in der kalten Panik das Taschentuch zu Boden und ehe ich es ergreifen konnte war das Zeitfenster zu und die schamlose Blondine flimmerte mit weit gespreizten Beinen ungeniert weiter auf dem Bildschirm. Scheinbar unbeeindruckt von diesem erbärmlichen Schauspiel steuerte meine Mutter mit stoisch nach vorne gerichtetem Blick auf das kleine Kellerfenster zu, blickte kurz nach draußen, ehe sie befand, dass heute wohl nicht mit einer weiteren Überschwemmung des Kellers zu rechnen sei. Atemlos saß ich im Bürostuhl, entfernte in der leisen Hoffnung, dass ich doch irgendwie schnell genug war die letzten Beweise und wartete, bis meine Mutter sich umdrehte und das Zimmer wortlos wieder verließ. Dazu kam es jedoch leider nicht, denn kurz vor dem Verlassen ließ sie sich dann doch noch zu der entlarvenden Frage: "na, gnockade Weiba oschaun, oda wos?" hinreißen. Glücklicherweise ging sie dann doch, ohne eine Antwort abzuwarten.
Es war eine unruhige, traumreiche Nacht, die auf mich warten sollte. Der Weg hinauf an den morgendlichen Frühstückstisch würde einem Gang aufs Schafott gleichkommen, soviel war sicher.

Und irgendwo, irgendwann in einem anderen Universum ging mit lautem Knall ein hölzerner Hammer darnieder. Justizia hatte gesprochen.

Dienstag, März 10, 2020

Die Teufelswelle

Wie schön ist doch das Leben eines jungen Menschen. Schön und vor allem sorglos und unbeschwert. Wenn es dann noch Sommer wird, die sich in der Lehre befindlichen Hübscheis und Moas und der in den gymnasialen Sommerferien dem Müßiggang fröhnenden Schoof alle zusammen sowieso nichts Besseres zu tun haben, dann wird beim Moa im Garten beim Genuss des ersten Bieres bei schon am Vormittag schweißtreibenden Temparaturen unter größten körperlichen Anstrengungen abwechselnd die Luftpumpe bedient, denn das Ziel des Tages ist sonnenklar. Der Sommer 2000 soll sogleich der Auftakt sein für ein wunderbares Jahrhundert und wir drei, schließlich immer noch Teenager und somit frei wie der Wind, wollen heute auf Hübscheis (mittlerweile aufgepumpter) Luftmatratzen-Insel mit formschöner Palme in der Mitte die Traun bis zum Seiboldsdorfer Wehr hinunterfahren. Nun ja, die Palme hat nicht allzu viel von ihrer Formschönheit, denn leider bietet die schwimmende Insel nur schwerlich Platz für uns drei, wenngleich kaum beleibte, junge Männer, schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass auch noch ein halbes Dutzend Bierflaschen zumindest einen Teil der Reise unbeschadet überstehen sollen. So lassen wir uns also gegenüber von meinem Heim zu Wasser, Schoof links, ich rechterhand und Hübschei in der Mitte, die arme Palme unbarmherzig abknickend, wovon sie sich auch später, wie sich herausstellen wird, nicht mehr erholt.
Wie bereits erwähnt ist es ein herrlicher Tag, die Sonne strahlt von oben, das seitlich und von vorne hereinschwappende Wasser sorgt für die stete Kühlung, das Bier schmeckt gut und "rubbeldiekatz" sind wir schon auf Höhe des Schwimmbades angelangt, da hier die schmale (zu dem Zeitpukt noch "weiße") Traun noch recht schnell geht, bevor sie sich in wenigen Hundert Metern mit der aus Inzell kommenden roten Traun an einem unserer optischen Höhepunkte, der "Spitzau", vereint und erst einmal bedeutend ruhiger ihren weiteren Weg fortsetzt. Als nächstes passieren wir die Brücke zum Schwimmbad-/Pendlerparkplatz. Schoof und ich sind bester Laune und bemerken doch, das etwas nicht stimmt, aber was nur? Es ist Hübschei. Nicht nur ist er innerhalb der letzten Minute plötzlich mucksmäuschenstill geworden, auch ist ihm merklich die Farbe aus dem Gesicht gewichen. Es wird schnell klar: Der Mann hat Angst! Und bevor wir die Frage nach dem "Warum" auch nur zu stellen wagen, kommt es ihm mit dünner Stimme über die bebenden Lippen:

"die T..Teu...fels..welle..."

Man hat von "ihr" gehört, ganz klar. Wir alle sind Kinder dieses Ortes und ich, der ich direkt an der Traun groß geworden bin, kenne den Fluss oder besser gesagt, das Flüsschen, wie meine eigene Westentasche. Und ja, es mag diese eine Stelle, kurz vor dem Zusammenfluss geben, die ein wenig wilder scheint als der Rest und ja, es scheint als sei das Wasser hier ein wenig tiefer, ja vielleicht gar mannshoch aber sollte man sich tatsächlich vor einer Überfahrt mit unser bisher nur spärlich als seetauglich erwiesenen Insel fürchten? Plötzlich sind wir uns gar nicht mehr so sicher. Hübscheis wenige Worte lassen einen mythenumrankten Ort, ja das Bermudadreieck Siegsdorfs, vermuten. Ihm steht sichtbar der kalte Angstschweiß auf der Stirn, als wir uns der Teufelswelle nähern, die zwar (noch) nicht sicht- aber schon deutlich hörbar ist. Ein wenig driftet unser Kahn schon Richtung rechts, meiner Seite, mehrmals muss ich mich mit dem Fuß vom Rand abstoßen, um keinen Schaden an der fragilen Haut unserer Insel zu riskieren. Plötzlich befindet "sie" sich (wohl) unmittelbar vor uns. Hübschei ist nun mit den Nerven am Ende. Er bedeutet uns, dass wir es ja gerne riskieren können, aber er, von Geburt an mit einem Mangel an Lebensmüdigkeit gesegnet, steigt hier und jetzt aus diesem Himmelfahrtskommando aus. Gesagt getan. Aus gerade noch sicherer Entfernung stößt er sich nach hinten von der Insel ab, krault wie ein junger Fisch der Böschung entgegen, erreicht mit letzter Kraft das rettende Ufer und überlässt Schoof und mich dem Schicksal...
...wir beiden hingegen kriegen davon nur wenig mit, denn nun ist es soweit, die Teufelswelle liegt nur noch wenige Meter vor uns, wir müssen uns ihr stellen, denn für eine Flucht ist es nun zu spät. Gemurmelte Stoßgebete werden gen Himmel entsandt, dann ist es soweit, und....

....es passiert das kaum noch für mögliche gehaltene. Nichts.

Ein kaum merkliches Schunkeln, das selbst eine Wasserwaage kaum aus ihrem Tiefschlaf gerissen hätte. Schoof und ich tauschen Blicke und prusten (und prosten) los. Was für eine Lachnummer. Wenige Augenblicke später stößt Hübschei an der Spitzau wieder zu uns. Es ist zum Schreien. Für den Rest der vielleicht noch 25minütigen Fahrt sieht sich Hübschei unentwegt beißenden Spott ausgesetzt. Er wird damit fertig werden. 

Letzten Endes wird es das beste sein, das uns passieren konnte. Noch Jahre später, auch heute noch, bleibt diese kleine Anekdote unvergessen. Hätte sich Hübschei nicht aus dem Staub gemacht, die Fahrt auf unserer wunderbar blöden Insel mit der zerquetschten Palme wäre längst vergessen. Doch das und die fehlende Intimpflege einer einen weißen Bikini tragenden 14jährigen am Seiboldsdorfer Wehr sollten aus diesem Tag einen wohl für immer erinnerungsträchtigen machen. Letzteres ist jedoch eine andere Geschichte.

Dienstag, Oktober 08, 2019

Das Finale

Jeder kennt sie. Diese schlimmen Tage, die einem ewig im Gedächtnis bleiben. Tage, an denen sich das Unglück von Monaten oder gar Jahren geballt zu sammeln scheint und einen nachgerade niederstreckt, so dass man, sofern man denn möchte, noch nachfolgenden Generationen davon erzählen kann. Oft sind dies natürlich ganz persönliche Unglücke, manch ein solches kann ein anderer womöglich gar nicht nachvollziehen und glücklicherweise tauchen solche Tage in den Leben der meisten Menschen nicht sehr häufig auf. Ich möchte heute von einem dieser Tage in meinem Leben erzählen. Dabei war es noch dazu eine Sache von wenigen Minuten und der Tag hätte mich damals beinahe unendlich glücklich gemacht, stattdessen wähnte ich mich nur kurze Zeit später am Rande des schlimmstvorstellbaren Abgrunds. Doch der Reihe nach...
Wir schreiben den 26. Mai des Jahres 1999 und bevor jemand auf die Idee kommt zu googlen, ja es ist der Tag des legendären Champions-League - Finales zwischen Manchester United und dem FC Bayern München in Barcelona. Möglicherweise rümpft der ein oder andere nun schon verächtlich die Nase, doch es kommt anders als viele nun zu denken glauben, garantiert!
Das Jahr 1999 war in meinem Leben etwas ganz Besonderes. Im Februar wurde ich 18 Jahre alt, kurz danach machte ich meinen Führerschein, die Anzahl meiner Freunde innerhalb unserer Siegsdorfer Clique war, auch dank des noch recht neuen Jugendtreffs, nahezu unüberschaubar und der Beginn des neuen Milleniums (ja, es begann eigentlich erst 2001, ich weiß...) warf in Form der lauter werdenden "Y2K - Panik" bereits seine Schatten voraus. Es war für mich die intensivste Zeit des Heranwachsens, des Herauswachsens aus der Kindheit mit allem Guten und Schlechten was eben dazu gehört. Einer meiner Kumpels aus der bereits erwähnten Clique war Ivan Bernhard (für korrekte Schreibweisen übernehme ich keine Haftung), Vorname Bernhard, von allen aber "Ivan" genannt. Dieser lud an besagtem 26. Mai seine an Fußball interessierten Freunde zu sich nach Hause, in den Siegsdorfer Ortsteil "Paulfischer"(unglaublich, aber so heißen bei uns Orte) ein. An dieser Stelle muss ich sagen, dass jede übertriebene Ausführung der Umstände und Details über Geschehnisse rund um Personen und um das Spiel selbst frei erfunden wären. Was am Ende des Spiels und im Anschluss daran geschah überstrahlte alles, was davor schon oder nicht stattgefunden hat. Wir springen also direkt in Minute 90...

Bayern war früh in der ersten Halbzeit durch einen Freistoßtreffer von Mario Basler 1:0 in Führung gegangen und konnte diesen Vorsprung bis zum Ende der regulären 90 Minuten verteidigen. Ich glaube mich zu erinnern, dass das Spiel insgesamt recht ausgeglichen war und sich beide Mannschaften Chancen auf ein (weiteres) Tor erspielen konnten. Meine Nerven waren entsprechend zum Zerreißen gespannt. Zwei Jahre zuvor konnte der Erzfeind in der Bundesliga, Borussia Dortmund, bereits den europäischen Fußballthron besteigen. Alleine deshalb sehnte ich mich unbeschreiblich danach, dass der FC Bayern es ihnen nun gleichtat. Die Genugtuung wäre so bitter nötig gewesen, da Leute wie der Stärz Patrick, vulgo "Stärzei", keine Gelegenheit ausließen, uns Bayernfans, und insbesondere mich, mit Häme zu übergießen.
Ich musste nur noch den Schlusspfiff abwarten und diese Leidenszeit würde endlich ein Ende haben. Ich, und ich glaube auch noch ein paar andere, hatten mittlerweile vor dem Fernseher kniend eine Gebetshaltung eingenommen. Die 90 Minuten waren gerade vorüber, als Manchester eine Ecke bekam. Eine vermaledeite Ecke mehr oder weniger, dachte ich, was macht das schon? Über Umwege und eine missglückte Rettungsaktion von Thorsten Fink gelangte der Ball schließlich auf den Fuß von Teddy Sheringham und in Oli Kahns Tor.....das durfte doch einfach nicht wahr sein. Wir waren so kurz davor, meine Nerven waren doch eh schon am Ende, wie sollte ich jetzt noch eine Verlängerung überstehen? Wenn zu allem Überfluss dieses Dreckschwein von Stärzei nicht auch noch so saudumm lachen würde. Bis ich mich wieder halbwegs gefasst hatte war bereits die 92. Minute beendet, das Spiel war wieder angepfiffen worden und United hatte sich verflucht nochmal die nächste Ecke herausgeholt. Es war Ole Gunnar Solskjaer, der nach Verlängerung von Sheringham den Fuß hinhielt und den Ball unter die Latte nagelte. Dann wurde es dunkel in meinem Kopf. Das Spiel war verloren, verloren....verloren. Wie konnte das nur passieren? Diese Ungerechtigkeit, diese unbeschreibliche Ungerechtigkeit...
Ich weiß von diesen Minuten nicht mehr viel. Stille unter den zahlreichen Bayern-Fans. Vergrub ich mein Gesicht am Boden unter meinen Händen? Weinte ich? Ich sah auf jeden Fall noch Stärzei, wie er wie ein Derwisch herumtanzte, lachte und mit diebischer Freude mit dem Finger auf mich zeigte.
Es dauerte nicht allzu lange, und meine Enttäuschung und Trauer wandelte sich in eine solch unbändige Wut, dass ich sie kaum mehr in Zaum halten konnte. So kam es mir gerade recht, dass ich draußen im Garten beim Schiffen Stärzeis beschissenes "Diskus" - Fahrrad vor mir hatte und ich mit einer gewissen Genugtuung mit meinen Strahl auf seinen Sattel zielte. Aber so als wäre mir an diesem verhexten Tag nicht einmal diese Kleinigkeit vergönnt, stand natürlich ausgerechnet jetzt Ivans Oma (um diese Uhrzeit?!?) in Sichtweite und tadelte mich lauthals, was ich denn nicht für ein "Saubär" sei.
Auf jeden Fall wusste ich eins genau. Ich wollte hier weg und so schnell es geht nach Hause. Nach einem kurzen wortlosen Handgruß in die Runde suchte ich mir mein Fahrrad und radelte los. Dass exakt zeitgleich auch Stärzei auf diese Idee kam und wir gemeinsam losfuhren nahm ich emotionslos zur Kenntnis, nicht einmal der Moment als sich sein Hintern auf den Sattel setzte konnte ein Mindestmaß an Freude erzeugen (ok, vielleicht ein, zwei Prozent). Die ersten paar Hundert Meter ging es geradewegs bergab in Richtung Wernleiten, dort angekommen bogen wir wortlos nach links ab um über den GM (Großmarkt, heute Edeka) - Parkplatz noch ein paar Meter abzukürzen. Und jetzt ging es erst richtig los...

Es ging alles recht schnell, doch beim Vorbeifahren am Eingangstor vom GM sahen wir, dass unmittelbar davor ein roter PKW mit Stufenheck geparkt hatte und sich zwei Männer am Tor zu schaffen machten. Wir fuhren mit unserer normalen, relativ hohen Geschwindigkeit vorbei, sahen uns kurz an und hatten wenige Augenblicke später den Parkplatz schon wieder passiert. An dessen Ende befand sich eine große Werbewand. Wenn überhaupt benötigte es nur weniger Worte bevor wir uns einig wurden, uns hinter dieser zu verstecken, um aus sicherer Entfernung das Treiben dieser beiden offensichtlichen Diebe, Einbrecher, in jedem Falle Kriminellen zu beobachten. Geschätzt lagen, bei nächtlicher Dunkelheit, ca. 100 Meter zwischen uns und ihnen. Doch ehe wir überhaupt großartig etwas erkennen konnten begann der Spaß schon. Die beiden Männer stürzten vom Eingangstor weg in ihr rotes Auto, das Licht ging an, blendete bereits in unsere Richtung und sie fuhren los.
Nun hieß es zu handeln! Wir schwangen und so schnell es ging auf unsere Fahrräder und traten in die Pedale. Nach wenigen Metern gabelte sich der Weg und wir standen vor der Wahl: Runter Richtung Schwimmbad oder hoch und geradewegs über den Kindergarten ins Dorf? Aus späterer Sicht wäre nach jederlei menschlichem Ermessen der Weg in Richtung Schwimmbad der klügere Weg für eine Flucht gewesen, schon alleine, weil uns innerhalb kürzester Zeit kein Auto mehr hätte folgen können und anschließend die möglichen Fluchtwege derart zahlreich gewesen wären, dass uns unter Garantie niemand mehr hätte erwischen können. Klug wie ich war, und zu dem Zeitpunkt befand ich mich in der führenden Radposition, entschied ich mich für den Weg ins Dorf. Bevor, so wie ich es mir gedacht habe, wir im Dorf in Sicherheit gewesen wären, galt es, einige nicht ganz zu vernachlässigende Steigungen und die Unterführung der Autobahnbrücke zu überwinden. Spätestens dort, so dachte ich, müsste der Wagen die Verfolgung abbrechen, da es PKWs verboten war, hier entlang zu fahren...Ja, ich war leider ein dummes, naives Kind.
Während des Passierens der etwa 50 Meter langen Unterführung, unsere Verfolger waren in ihrem Auto gerade noch nicht in Sichtweite, geschah etwas, das ich mir bis heute nicht erklären kann. Man muss dazu sagen, dass sich weder Stärzei noch ich innerhalb unseres Freundes- und Bekanntenkreises durch eine besonders herausragende Körperkraft hervorgetan hätten, von einer besonderen Kraft in den Beinen, und hier kann ich natürlich besonders von mir selbst sprechen, ganz zu schweigen. Und wäre das nicht schon schlimm genug, hatten wir beide Fahrräder, die sich vermutlich ziemlich am unteren Ende der Qualitätsspanne wiederfanden. Ich saß auf einem Pegasus - Mountainbike, das so schwer war, dass es sich beim Bergauffahren anfühlte, als sei es aus gehärtetem Stahl gefertigt und über Stärzeis uraltes Drei-Ganz Diskus - Rad gab es vermutlich auch nicht viel Positives zu sagen. Dies änderte aber nichts an der Tatsache, dass Stärzei urplötzlich, vermutlich von purer Angst getrieben, so stark in die Eisen stieg, dass er mich nicht nur überholte, nein er schoss in einem derartigen Affenzahn an mir vorbei und den anschließenden kurzen Berg hoch, dass ich ihn nur wenige Momente später aus den Augen verlor. Vermutlich war erschon kurz vor dem Kindergarten, als ich gerade einmal mit meinen Drahtesel aus der Unterführung kam. Für mich war es indes ohnehin schon zu spät. Während ich noch darüber staunte, wie mein Kumpel plötzlich in Besitz übermenschlicher Kräfte gekommen war, hatten mich die beiden Tunichtgute eingeholt. Ein Blick nach hinten genügte und ich wusste, ich hatte keine Chance mehr zu entkommen. Mein so großartiger Plan war nicht aufgegangen. Der Fahrer des (vermutlich gestohlenen ) Autos hatte das Durchfahrverbot missachtet..
Als ich merkte, dass ich keinen Ausweg mehr hatte und das Auto mittlerweile schon neben mir war, blieb mir nur noch eines. Ich stürzte von meinem Rad, sprang linkerhand in die Böschung, hielt mir die Hände vor Gesicht und Augen und schrie immer wieder, dass ich nichts gesehen hätte. Dies entsprach auch der Wahrheit. Es war dunkel und in dem kurzen Moment als wir am Eingang vorbei fuhren, an dem die beiden werkelten, hatte ich kein Gesicht vernünftig wahrgenommen. Die beiden waren mittlerweile ausgestiegen. Wenn sie es mir doch nur glauben würden, sie könnten einfach weiterfahren, sie müssten mich weder verprügeln, foltern, kidnappen, einsperren, oder am Ende gar...

...fragen wer ich bin? Lasst mich doch in Ruhe, dachte ich, die Augen noch immer in die Hände vergraben und auf dem Boden kauernd. Fahrt doch einfach weiter, bitteeeeheee!!!!
KRIMINALPOLIZEI TRAUNSTEIN...(wie bitte, macht ihr euch auch noch über mich lustig?). Zum ersten mal wagte ich einen scheuen Blick in die Richtung der beiden. "Kriminalpolizei Traunstein" wiederholte einer der beiden seine Aussage. Eine unheimlich Erleichterung umfasste mich mit einem mal und doch war ich noch immer nicht überzeugt. Es passte für mich nicht recht zusammen. Ich hörte mich selber nach einem Dienstausweis fragen, der mir auch augenblicklich vor die Nase gehalten wurde. Offenbar war mein ganzes vorherige Verhalten Grund genug für die beiden anzunehmen, dass ich weder verdächtig noch schuldig bin. Ich klärte mit wenigen Sätzen und Fragen das Geschehen auf. Offenbar wurde die Polizei gerufen, weil irgend jemand gesehen hatte, dass jemand versucht hatte, beim GM einzubrechen. Die beiden Polizisten kamen - im Zivilfahrzeug wohlgemerkt - herbeigerauscht und untersuchten die Szenerie just in dem Moment, als Stärzei und ich mit unseren Fahrrädern ebenfalls vorbei fuhren und diese merkwürdigen Gestalten wie bereits beschrieben bei Ihrem Tun gesehen hatten....und so schloss sich schließlich der Kreis und dieser schreckliche Abend fand endlich sein wohlverdientes Ende...
...doch halt. Ganz so schnell ging es dann doch noch nicht vorbei. Während ich in Anbetracht meiner tiefen Erleichterung noch nonchalant den hilfsbereiten Vorzeige-Bürger mimte, um von meinem doch etwas peinlichen Verhalten von zuvor abzulenken, wurde einer der beiden an den Funk im Auto gerufen. Ich war zwar in der Nähe, konnte aber nicht hören, was durchgegeben wurde, nur dass der Polizist im Auto so etwas wie: "Ok, wir kommen gleich hin", antwortete.
Da meine "Befragung" ohnehin sowohl beendet war als auch keine hilfreichen Erkenntnisse aufbot verabschiedete man sich, die Polizisten stiegen in ihren Wagen, ich auf mein Fahrrad und man fuhr los in Richtung Dorf, genau auf dem Weg den ich bei meinem erfolglosen Fluchtversuch nicht erreichen konnte. Das Auto fuhr voraus, allerdings in einer geringen Geschwindigkeit, so dass ich wenig Mühe hatte, mich ihnen an die Fersen zu heften. Beim Pfarrer-Berg dann fuhren sie einen kleinen Vorsprung heraus, so dass ich die nachfolgende Szene aus einer gewissen - kleiner werdenden - Entfernung beobachten konnte.
Das Auto blieb plötzlich unvermittelt auf Höhe der Telefonzelle bei der Post stehen. Daraufhin öffnete sich die Tür zur Telefonzelle, der Stärzei spurtete heraus und setzte sich augenblicklich in das Auto. Es war kaum zu glauben. Er hatte die Polizei verständigt, ob um Sorge wegen meines Wohlbefindens oder wegen des vermuteten Einbruchs beim GM sei hier dahingestellt, die Person am anderen Ende der Leitung sagte daraufhin, er solle an Ort und Stelle warten, sie schicke gleich einen Wagen vorbei, dem er Bericht erstatten solle. Dieser Wagen kam, jedoch nahm Stärzei in keiner Sekunde wahr, dass es sich dabei um genau jenes Auto handelte, vor dem er wenige Minuten zuvor noch in wilder Panik geflüchtet war. Kurz nachdem er auf der Rückbank Platz genommen hatte, hatte ich sie eingeholt, hielt an, öffnete meinerseits eine der hinteren Türen und gebot Stärzei, er könne aussteigen, da ich wohlauf sei. Vermutlich war es das erste mal seit geraumer Zeit an diesem Abend, an dem mir ein Lächeln über die Lippen kam. Verdutzt stieg er wieder aus, die Polizisten verabschiedeten sich und zogen von dannen, während ich ihm die Verrücktheit dieser ganzen Geschichte noch einmal im Detail erzählte. Wenige Augenblicke später trennten sich unsere Wege, ich konnte endlich heim und diesen Tag im Schlaf verarbeiten. Meinem Freund Stärzei war ich noch immer sauer für sein Verhalten nach dem Spiel und gleichzeitig in tiefem Dank verbunden für die Geste nach unser Flucht vor den vermeintlichen Gaunern.

Epilog:
Elf Jahre später, am 22. Mai 2010, der FC Bayern stand erneut in einem Finale der UEFA Champions League, dieses mal gegen Inter Mailand. Auch dieses Endspiel ging aus Sicht der Bayern verloren, wenngleich weit weniger dramatisch als jenes, von dem hier bereits erzählt wurde. Mittlerweile auch schon wieder neun Jahre zuvor, durften die Bayern den Henkelpokal dann ja auch endlich in die Höhe stemmen und auch wenn in der Zwischenzeit auch dieser Triumph schon wieder langsam aber sicher verblasste, war die erneute Niederlage zwar natürlich nicht schön, aber mit dem Schmerz von 1999 nicht zu vergleichen. Ich schaute das Spiel unter anderem mit Andi Raba beim Wochinger im Biergarten. Nach dem Spiel bemerkte ich, dass sich unter den wie man sich vorstellen kann zahlreichen Gästen an einem anderen Tisch auch der Stärzei befand. Stärzei, der seit geraumer Zeit schon nicht mehr in Siegsdorf wohnte und mit dem ich auch seit Längerem nicht mehr allzu viel Zeit verbrachte, bat mich und die anderen zu sich an den Tisch und wir ließen dann auch, ohne erkennbare Verbitterung über die Niederlage meinerseits und ebenso ohne erkennbare Häme seinerseits den Abend bei mehreren Bieren ausklingen. Später an dem Abend fiel mir dann auch unser gemeinsames Erlebnis aus dem Mai 1999 ein und ich erzählte die Story am Tisch mit allen mir zur Verfügung stehenden Details und sich anbietenden Überdramatisierungen.
Stärzei konnte sich nicht erinnern...

Dienstag, Oktober 02, 2018

Zirkus Roberto

Ich war ein hagerer junger Mann. Also "junger" junger Mann, im Alter von ungefähr neun oder zehn Jahren. Ich bin es irgendwo auch heute mit 37 noch, aber damals erst recht. Einen Bauch konnte ich nicht einziehen, da ich keinen hatte und die Radlhose flatterte mir am Oberschenkel wie ein Mini-Rock an einer Frau. Wenn ich etwas nicht war, dann einer mit dem man sich besser nicht anlegt.
Glücklicherweise gab es jemanden unter meinen Freunden, der genau das von sich behaupten konnte: Bruce Bolz. Gut beinander, schulterlanges schwarzes Haar, schon mal eine blutige Nase; kurzerhand ein Kraftpaket. Mit ihm an meiner Seite, und an dieser war er aufgrund seines Nachbardaseins häufig, gab es nie einen Grund sich vor irgendetwas zu fürchten.
Wenn es überhaupt einmal Ärger gab, dann bekam sowieso er ihn ab. Wenn jemand auf die Fresse flog, weil er den Plastikball vom Garagendach holen wollte oder beim örtlichen Metzger einen gewaschenen Anschiss bekam, weil deren Keller beinahe in Brand gesteckt wurde dann war er das. Bei Unangenehmem im Hintergrund, beim Coolsein stolzer Trittbrettfahrer. Das ging lange gut, bis eines Tages in den frühen 90ern der "Zirkus Roberto" am Schwimmbadparkplatz in Siegsdorf Halt machte.
Da innerorts der ein oder andere Aushang angebracht war und wir uns ohnehin ständig im oder rund um das Schwimmbad aufhielten dauerte es nicht lange, bis wir das bunte Zelt und die ganzen Wägen und Ställe drumherum bemerkten. Neugierig wie wir waren schleichten wir uns möglichst nahe an das Spektakel heran. Sagen muss man schon, dass es sich beim "Zirkus Roberto" zweifellos um einen kleineren solchen handelte. Dies war sogar meinem Kinderauge bewusst, das ansonsten ganz wunderbar in der Lage war, meinem Kinderhirn zu sagen, dass es sich bei sehr gewöhnlichen Dingen um außerordentlich tolle Ereignisse, Häuser, Filme, Schwimmbecken usw. handeln müsse.
Zu den vermutlich nicht besonders zahlreichen Artisten, Dompteuren, Feuerschluckern und dergleichen mehr zählten auch eine kleine Schar von Kindern, mehrheitlich etwa in unserem Alter mit denen wir uns nach zarter Annäherung schließlich kurzerhand anfreundeten. Darunter waren ein Mädchen mit langen Haaren, ein wenn ich mich nicht täusche etwas kleinerer Junge und ein kräftiger schwarzhaariger Bub, den ich von der körperlichen Statur her etwa in Bruces Maße einkategorisieren würde. Darüber hinaus gab es noch einen weiteren Jungen, der aber immer etwas Abseits stand und irgendwie seltsam wirkte.
Am zweiten oder dritten Tag nach dem Kennenlernen fuhren Bruce und ich erneut an einem Vormittag (vermutlich waren ab Nachmittag die Vorstellungen) die wenigen 100 Meter von uns zuhause zum Schwimmbad um mit den Kindern zu spielen. Unglücklicherweise konnten wir keines der Kinder von der Ferne ausfindig machen und warteten mit etwas Abstand, ob sich denn eines irgendwann zeigen möge. Den einzigen aber, den wir sahen war der etwas seltsame ältere Junge und plötzlich wurde mir auch schlagartig klar, warum ich ihn für seltsam hielt: Ich hatte soeben die erste bewusste Begegnung mit einem Behinderten. Der Junge hatte offensichtlich mindestens einen lahmen Fuß und bewegte sich dementsprechend ungelenk. Darüber hinaus hatte er einen Schokoriegel (in meiner verqueren Erinnerung ein Mars-Riegel, auch wenn es rein gar nichts zur Sache tut) in einer Hand, an dem er sich gütlich tat. Das Schlimme daran war, dass er dabei, man kann es sich denken, keine allzu graziöse Figur abgab. Vielmehr entlockte der Anblick Bruce nicht nur ein herzhaftes Lachen sondern veranlasste ihn zu allem Überfluss auch noch, die, nun ja, ziemlich krampfartigen Bewegungen seines den Schokoriegel kauenden Gesichtes des Jungen zu imitieren. Auch ich fand es, und allen voran Bruces Witzchen dazu, ausgesprochen komisch.
Was wir buchstäblich allerdings nicht im Auge hatten war, dass sich zwischenzeitlich die anderen Kinder aus ihren Unterkünften begaben und gesehen hatten, wie wir beide uns auf Kosten des armen Jungen (vermutlich auch Bruder, Cousin und was sonst noch alles) aufs Köstlichste amüsierten.
An dieser Stelle muss ich einen kurzen Cut machen, denn es gibt im Folgenden zwei Versionen, wie diese Geschichte endet, die tatsächliche, sowie die filmische, ich beginne mit letzterer:

Version 1:
Wir wussten gar nicht wie uns geschah. Eh wir uns versahen stürmte die Kinderschar mit Schaum um den Mund auf uns zu. Mein Schreck war umso größer als ich zum allerersten mal so etwas wie Panik im Gesicht von Bruce wahrnahm. Glücklicherweise hatten wir unsere Fahrräder unweit unseres Obervationsortes geparkt. Sogleich schwangen wir uns auf die Drahtesel und ergriffen schleunigst die Flucht vor dem drohenden Ungemach. Der komische Junge spuckte (den halb zerkauten Riegel) aus und die wilde Verfolgungsjagd begann. Eiligen Trittes überquerten wir die erste Traunbrücke zum Schwimmbad hin, da surrte auch schon das erste Messer an uns vorbei und blieb zitternd in der hölzernen Mauer des Schwimmbads stecken. Für uns Grund genug, noch stärker in die Pedale zu treten um weiter das Heil in der Flucht zu suchen. Wir konnten von Glück reden, dass die Akrobaten-Kinder auf ihren Einrädern unser Tempo nicht ganz mitzugehen in der Lage waren. Dennoch konnten wir sie nicht vollends abschütteln. Der kleine Junge jonglierte währenddessen behände eine handvoll Wurfmesser, übergab diese geschickt werfend dem langhaarigen Mädchen und dem Muskelprotz und Augenblicke später pfiffen uns diese wieder um die Ohren. Ob es Glück oder geschicktes Ausweichen war, dass diese uns stets verfehlten vermag ich nicht mehr zu sagen. In Todesangst erreichten wir die Kuppe und konnten geradeso noch das Bahngleis überqueren eher der Traunsteiner Zug wütend pfeiffend uns Gott sei's gedankt von dem mordlustigen Trio trennte und wir um eine abenteuerliche Erfahrung reicher vom Zirkus Roberto samt seiner eigenartiger Kinder verabschiedeten und uns darin einig waren, für nächste Zeit harmloseren Beschäftigungen nachzugehen, beispielsweise dem Ärgern der Seissiger-Kinder. Den Ärger hatte später sowieso der Bruce.

Version 2:
Denkt man sich die ein oder andere Übertreibung an gegebener Stelle weg ist die Realität gar nicht so  schrecklich weit von der "Version 1" entfernt. Selbstversändlich verfolgten uns die Kinder weder auf Einrädern, noch standen wir Gefahr, von fliegenden Wurfgeschossen durchsiebt zu werden und zu guter Letzt stand auch der Lokführer der Bahnstrecke Traunstein - Ruhpolding nicht kurz vor einem Herzinfarkt denn tatsächlich ließen die Kinder freiwillig von der weiteren Verfolgung ab, als wir das Bahngleis auf der kleinen Anhöhe überquerten. Verfolgt wurden wir tatsächlich, allerdings auf normalen Fahrrädern und der größte Schreckmoment war als der kleine Schwarzenegger uns kurz vor dem Ende der Verfolgungsjagd einholte und gegen meine Speichen trat. In meiner Erinnerung löste sich daraufhin ein Reflektorlicht am Hinterrad. Ob das aber wirklich stimmte weiß ich nicht mehr.

Wahr ist allerdings schon, dass ich Bruce zuvor und auch später nicht mehr so angsterfüllt erlebt hatte. Vielleicht war unsere schnelle Flucht tatsächlich die beste Entscheidung unseres damals noch jungen Lebens.

Samstag, Dezember 10, 2016

# 9: Kingdom Hearts

Ich weiß nicht mehr genau wann ich zum ersten mal von Kingdom Hearts hörte. Ohne jetzt großartig zu googlen vermute ich, dass es irgendwann noch 2001 vorgestellt wurde, vielleicht auf der E3. Ich weiß noch wie Huber von der Vorstellung der Vereinigung der Disney- und Square-Welten  völlig aus dem Häuschen war. Ich ließ mich hier gerne anstecken, konnte mir aber nicht so recht vorstellen, wie das ganze funktionieren sollte. Wie beinahe jedes Kind war ich ein großer Fan des Disney-Universums und Filme wie Arielle, Alladin, und das Dschungelbuch auf der einen und die vielen Comics und "Lustigen Taschenbucher" auf der anderen Seite gehörten mit zu den schönsten Kindheitserinnerungen, die ich hatte. Als ich mit 16, 17 Jahren dann mit Final Fantasy VII dann zu Squaresoft kam, stieß dies eine ganz neue Tür der Begeisterung auf, die mit Final Fantasy VIII für mich ihren Höhepunkt finden sollte. Was könnte es also Aufregenderes geben, als eine Verschmelzung dieser beiden Universen? Wir werden sehen.
Einige Monate vor der Europa-Veröfflichung fing in meinem Leben eine sehr aufregende neue Zeit an. Ich hatte mich im Frühjahr 2002 entschlossen, meinem Landratsamt Traunstein den Rücken zu kehren und noch einmal auf der Berufsoberschule die Schulbank zu drücken, wenigstens für ein Jahr. Der Wegfall eines erheblichen Teil meines Einkommens war mir weit weniger wichtig als dieses wunderbare Lebensgefühl noch einmal zu schnuppern. Zeit meines Lebens bin ich immer gerne zur Schule gegangen, habe weit in meine dreijährige Ausbildungszeit hinein immer alle meine Freunde beneidet, die noch zur Schule gingen, sei es um ihre viele Freizeit oder einfach dem besondern sozialen Umfeld, dem man im Schulalltag ausgesetzt ist. Schon während meiner Ausbildung freute ich mich auf die fünf- bis sechswöchigen Berufsschulblöcke fast mehr als auf meinen Urlaub. Dies alles ist vor allem deswegen erwähnenswert, weil in dieser Zeit nahezu alles ich tat durch einen seltsamen positiven magischen Schleier zu sehen ist. Ich fühlte mich einfach gut.
In dieser Zeit erlebte ich, wenn man so will, meine RPG - Hochphase, ich hatte Anfang des Jahres bereits Xenogears und Final Fantasy X zu Ende gespielt und war nach Chrono Trigger nun dabei, Chrono Cross zu beenden, Kaum war das eine zu Ende, schon begann ich das nächste, es war einfach großartig. Ende November war es dann soweit. Wie so oft in dieser Zeit marschierte ich zum Spielzeug Geisenfelder und wanderte mit dem lang erwarteten "Kingdom Hearts" nach Hause. Ich weiß noch wie ich abends in der Küchen saß, telefonierte (vermutlich mit Huber) und es kaum noch erwarten konnte, das Spiel einzulegen.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Spiel sollte mich nicht enttäuschen.
Allerdings bewegte es mich auf eine andere Weise als ich vermutet, vielleicht auch gehofft habe. Wie bereits erwähnt waren meine Disney - Erinnerungen eher mit meiner Kindheit verwoben, während ich den Marken von Squaresoft eher die jüngere Zeit meines Lebens widmete. Mit anderen Worten: Ich wollte vielleicht mehr ein Square- Als ein Disney-Spiel, jedoch war meiner Meinung nach das Gegenteil der Fall. Das Spiel sprühte nach einer kurzen Einspielphase fast ausschließlich Disneys Charme aus und das in überragender Weise. Zwar baute sich im Grunde alles um die drei Freunde Sora, Kairi und Riku auf, das ganze Spiel war aber vollkommen eingebettet in die bekannten Disneywelten rund um Tarzan, Aladdin, Alice im Wunderland und viele mehr unnd nach kurzer Einspielzeit musste ich anerkennen: Es war nahezu perfekt!
Es war so wunderbar märchenhaft, wie ein Spiel nur sein konnte. Die Musik, die Atmosphäre, die fantastischen Synchronsprecher. Alles wirkte wie aus einem Guss, und das noch dazu über Weihnachten. Mit Ausnahme der beiden Shenmue - Teile kann ich mich an kein großartigeres Weihnachtsspiel erinnern. Zwar war und bin ich kein besonderer Fan von Action - Kampfsystemen, da dort immer Hektik anstelle von Planung regiert und dennoch muss ich wohl zugeben, dass es zu diesem Spiel, bei dem auch Jump'n Run - Abschnitte immer wieder vorkommen, einfach passt. Noch früh im Jahr 2003 beendete ich das Game und war vollkommen zufrieden. Leider kann ich das von seinem Nachfolger, den ich 2006 spielte und seinen unzähligen Spinoffs, die ich mir gar nicht mehr zulegte, nicht mehr behaupten. Die wunderbare Einfachkeit und der simple Spaß an den Disney - Welten ging in einer vollkommen überladenen und praktisch nicht mehr nachzuvollziehenden Story rund um die Niemande, den Herzlosen und der ominösen Organisation XIII unter. Wenn ich mir die Entwicklung der Serie anschaue, bin ich von Herzen dankbar, dass sich mein ursprünglicher Wunsch zu Teil 1, bei dem ich mir anfangs weniger Disney und dafür mehr Squaresoft erwünscht habe nicht erfüllt hat. So konnte ich zumindest das erste Kingdom Hearts genießen und alles, was später mit der Serie geschah, ignorieren.

Gelegentlich ertappe ich mich noch heute dabei, wie ich am Morgen auf dem Weg zum Bäcker die Melodie von Traverse Town vor mich hin pfeife. Und eine im Kopf gebliebene Melodie gehört mit zu den größten Komplimenten, die ich einem Spiel machen kann.

Mittwoch, Juli 02, 2014

Und dann kamst du

Und während ich noch rauschig wie an so vielen Wochenenden ziellos durch die Villa stolpere, und während ich noch sehnsüchtig die Fußball Weltmeisterschaft und den Titel für die deutsche Elf herbei sehne, und während ich noch auf den Sommer warte und freudig auf den nahenden Urlaub blicke, da kamst plötzlich du...
Du, der ich täglich begegne, du, die ich erstmals sah, kurz bevor ich dich für ein halbes Jahr wieder verlassen musste, du, mit dem sonnigsten Gemüt, das ich kenne, du, mit dem süßesten Lächeln, das ich je gesehen habe, du, die mir das Gefühl gibt, dass ich nicht perfekt für dich zu sein brauche.

Ich bin so unendlich froh, dass wir uns gefunden haben.

Dienstag, Dezember 31, 2013

Glück

Im Gegensatz zu den vorangegangenen beiden Jahren, in denen ich gar nicht genug innerstes von mir nach außen kehren konnte wird das hier und heute ein ausgesprochen schmaler Beitrag werden. Wo ich Ende 2011 noch wie ein Häufchen Elend in den wirren Untiefen des Selbstmitleids zu versinken drohte und ich "nur" 365 Tage danach aus den positiven Erfahrungen des ausgehenden Jahres vor Selbstbewusstsein nur so strotzte komme ich zu dem Schluss, dass es nur noch erstaunlich ist, wie nahe Glück und Unglück manchmal aneinanderliegen können.
Persönlich empfundenes Glück, das man für den Moment nach außen trägt, ist oftmals nicht viel mehr als die Addition einzelner Glücksmomente in einem bestimmten Zeitraum, wobei das jüngst empfundene Glück/Unglück eine meist unadäquat große Rolle spielt. Ich schwafele oft angeberisch, wie tief mittlerweile mein inneres Glück geradezu glüht und dass mich nichts - und schon gar nicht Kleinigkeiten - angreifen, geschweige denn aus der Bahn werfen kann. Doch das ist nicht wahr.
Ich stehe nicht über den Dingen. Ich falle genauso auf die Schnauze wie jeder andere auch, wenn er enttäuscht wird. Und das Aufstehen und Abschütteln benötigt immer Kraft.
Und wenn es mich auch nicht dazu bringt, dass ich ein tiefes Unglück empfinde, so führt ein gestriges Ereignis dennoch dazu, dass ich heute wortkarg und nicht gut drauf, ja beinahe traurig bin. Während ich gestern überzeugt war, heute einen schnörkellosen "Jahresbericht 2013" zu verfassen so ertappe ich mich jetzt bei dem Gedanken, 2013 als insgesamt schlechtes Jahr zu sehen, was nun wirklich ein absoluter Schwachsinn ist.
Und dennoch sagt mir mein Gefühl, das es noch nicht an der Zeit ist, aufzugeben...

Dienstag, November 26, 2013

Die Liste


Ich denke seit langem schon darüber nach, einmal eine Liste mit allen meinen Games zu machen. Allerdings sollte diese immer auch Hand und Fuß haben. Die Liste sollte einfach und übersichtlich sein aber auch der Tatsache Rechnung tragen, dass nicht wenige meiner (dieser) Spiele, vor allem die sehr alten, nicht auf klassischem Wege in meinen Besitz oder gar Eigentum übergegangen sind, die meisten habe ich natürlich gekauft, aber andere wiederum wurden mir geschenkt oder gingen in nicht mehr nachvollziehbarer Weise an mich.
Desweiteren sollte meiner Ansicht nach auch ersichtlich sein, ob die Spiele komplett mit Verpackung sind, welche Länderversion es ist, usw. Demzufolge habe ich mir einige Schlüssel überlegt, die in Klammern hinter dem genannten Spiel zusätzliche Info geben. Dies sei hier zuvor kurz erläutert:

(-): Eine Originalverpackung ist nicht mehr vorhanden. Vorwiegend ist dies nachvollziehbarer Weise bei meist älteren Nintendo- oder Atari - Modulen der Fall
(E): Das Spiel ging grob gesagt nach §937 BGB durch "Ersitzung" in mein Eigentum über. Genau genommen ist dies nicht der Fall, da die Vorraussetzung der Redlichkeit nicht gegeben ist, d. h. ich selbst hätte im guten Glauben darüber sein müssen, der Eigentümer der entsprechenden Spiele zu sein und dies trifft offensichtlich nicht zu. Andererseits befinden sich diese Spiele nun seit über 20 Jahren in meinem Besitz und der ursprüngliche Eigentümer ist mir einerseits oft nicht mehr bekannt und andererseits ist eine Rückforderung der Spiele von jenem ursprünglichen Eigentümer nahezu ausgeschlossen
(V): Das Spiel wurde von mir gekauft und somit korrekt erworben, wurde im Anschluss an eine mittlerweile unbekannte Person verliehen und ist seitdem verschollen. Da sich die originale Verpackung aber noch in meinem Besitz und Eigentum befindet, tauchen diese Spiele - schon aus emotionalen Gründen - in der Liste auf.
(N): Das Spiel gehört nicht mir, ist aber noch nicht lange genug in meinem Besitz um meiner Interpretation der Ersitzung gerecht zu werden. Es taucht dennoch in der Liste auf, da eine Rückforderung des Spiels vom ursprünglichen Eigentümer nicht zu erwarten ist.
(S): Es handelt sich um ein Spiel, das in einer speziellen Version (Special Edition) erworben wurde. Wesentliche Bestandteile dieser Special Edition wie Sonderverpackung, Goodies oder Sonderperipherie sind noch vorhanden
(P): Das Spiel ist eine in der Regel nach einer gewissen Zeit im Handel vergünstigte "Platinum", "Player's Choice" oder dergleichen - Variante
(D): Der Anteil der Spiele, die als Vollversion in den jeweiligen Online-Stores als Downloads anstelle des klassischen physischen Datenträgers gekauft werden steigt von Jahr zu Jahr. Obwohl ich in den allermeisten Fällen einen solchen physischen Datenträger bevorzuge gibt es auch Gelegenheiten, in denen ich die Vollversion eines Spiels als Download-Version gekauft habe. Diese werden auch in die Gesamtmenge der Spiele aufgenommen. Schwieriger wird es bei Indie-Spielen, bei denen nach dem ursprünglichen reinen Download-Release später auch eine Retail-Version im Handel angeboten wird. In diesen Fällen bleibe ich dabei, dass das Spiel nicht in dies Gesamtmenge aufgenommen wird.
(US/UK/AUT): Es handelt sich um eine nicht deutsche PAL - Version (ansonsten Standard) des Spiels. Hier wurde aufgrund inhaltlicher Veränderungen wie Schnitten oder Nichtveröffentlichung in PAL Regionen eine andere Länderversion gekauft. Spätere innereuropäische Versionen, die sich gerade in jüngeren Konsolengenerationen nicht von der deutschen Version unterscheiden und nur aufgrund preislicher Unterschiede beispielsweise aus UK bestellt wurden sind hier nicht berücksichtigt.
(1,2,3...): In einigen wenigen Fällen ist die Verwendung einer Fußnote zur näheren Erläuterung am Ende der Liste geboten:


Wie oben bereits erwähnt ist die Berücksichtigung von Download-Spielen eine etwas schwierige Angelegenheit. Indie-Spiele, die zum Zeitpunkt des Erscheinens nur als Download verfügbar waren sowie Retro-Games alter Konsolen(generatioen) oder aus den Arcades werden am Ende der jeweiligen Konsole ebenfalls - mit kursiver Schrift - aufgezählt. Aufgrund des Nichtvorhandenseins eines physischen Datenträgers und anderer Gründe fallen diese aber bei der Gesamtzahl der Spiele nicht ins Gewicht. Eine generelle Nichtauflistung wäre aber alleine aufgrund der Qualität vieler diese Spiele falsch. In Klammern hinter diesen Spielen findet sich, sofern es sich um Retro-Spiele handelt, die Ursprungsplattform.

Bei der Reihenfolge der Aufzählung habe ich mir überlegt, jeden Hersteller alphabetisch nacheinander zu behandeln. Innerhalb der Hersteller kommen die einzelnen Konsolen dann chronologisch, getrennt aber nach stationären Konsolen (zuerst) und mobilen Geräten (danach). Die Hybrid-Konsole "Switch" von Nintendo behandele ich hier als eine stationäre solche. Die jeweilige Auflistung der Spiele erfolgt dann alphabetisch


Atari

Atari VCS 2600
- 32 in 1 (-)
- Amidar (-)(E)
- Asteroids (-)(E)
- Chopper Command (-)(E)
- Crossbow (-)(E)
- Cross Force (-)(E)
- Demon Attack (-)(E)
- Der Geheimkurier (-)(E)
- Dragonfire (-)(E)
- Eddy Langfinger, der Museumsdieb (-)(E)
- E.T. (-)(E)
- Galactic (-)(E)
- Galaxian (-)(E)
- Jungle Hunt (-)(E)
- Mario Bros (-)(E)
- Master Builder (-)(E)
- Millipede (-)(E)
- Mission 3.000 (-)(E)
- Moon Patrol (-)(E)
- Pac-Kong (-)(E)
- Pac-Man (-)(N)
- Phoenix (-)(E)
- Phantompanzer (-)(E)
- Pitfall II - The Lost Caverns (-)(E)
- Planet Patrol (-)(E)
- Pole Position
- Schnecke und Eichhörnchen (-)(E)
- Skate Boardin (-)(E)
- Solaris (-)(E)
- Space Invaders (-)(E)
- Stargate (-)(E)
- Star Wars: Empire Strikes Back (-)(E)
- Strahlen der Teufelsvögel (-)(E)
- Street Racer (-)(E)
- Vanguard (-)(E)


Commodore

Amiga CD32
- Alien Breed 3D
- Syndicate
- Tower Assault
- Ufo - Enemy Unknown


Microsoft

Xbox
- Conker - Live & Reloaded
- Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball
- Dreamfall - The Longest Journey
- Fable
- Fahrenheit
- Halo (N)
- Halo 2 (N)
- Jade Empire
- Legacy of Kain - Defiance
- Panzer Dragoon Orta
- Sega GT 2002 / Jet Set Radio Future (-)(1)
- Shadow of Memories
- Shenmue II
- Silent Hill 4 - The Room
- Sonic Heroes
- Sudeki
- The Elder Scrolls III - Morrowind


Nintendo

Nintendo Entertainment System
- Goal (-)
- Mega Man (-)
- Mega Man 2 (-)
- Mega Man 3
- Mega Man 4
- Noah's Ark (-)
- Rad Racer (-)
- R.C. Pro-Am (-)
- Super Mario Bros. (-)
- Super Mario Bros. 3 (-)
- Super Mario Bros / Tetris / Nintendo World Cup (-)
- The Battle Of Olympus

Super Nintendo
- Aladdin
- Axelay (-)
- Batman Returns (-)
- Donkey Kong Country (-)
- Jimmy Connor's Pro Tennis Tour (-)
- Joe & Mac: Caveman Ninja
- Mario Paint (-)
- Mega Man 7 (-)
- R-Type III
- Samurai Shodown
- Secret Of Mana (S)
- Sim City (-)
- Starwing (-)
- Street Fighter II (-)
- Super Castlevania IV (-)
- Super Mario All-Stars (-)
- Super Mario World (-)
- Super Mario World 2 - Yoshi's Island
- Terranigma (S)
- The Addams Family
- The Legend of Zelda - A Link To The Past (-)
- Tiny Toons Adventures - Buster Busts Loose (-)
- Turtles in Time (-)

Nintendo 64
- Conker's Bad Fur Day
- Donkey Kong 64 (-)
- NBA Hangtime
- Star Wars Episode 1 - Racer
- Super Mario 64
- The Legend of Zelda - Majora's Mask
- The Legend of Zelda - Ocarina Of Time

Gamecube
- Baten Kaitos - Die Schwingen der Ewigkeit und der verlorene Ozean
- Beach Spikers - Virtua Beach Volleyball
- Eternal Darkness
- Final Fantasy Chrystal Chronicles (S)
- Luigi's Mansion
- Mario Kart: Double Dash
- Metal Gear Solid: The Twin Snakes
- P.N. 03
- Resident Evil
- Resident Evil 4 (AUT)
- Resident Evil Zero
- Sonic Gems Collection
- Sonic Mega Collection
- Soul Calibur II
- Starfox Adventures
- Super Mario Sunshine
- Super Smash Bros. Melee
- Tales Of Symphonia
- The Legend of Zelda - Collector's Edition (UK)
- The Legend of Zelda - The Wind Waker
- The Legend of Zelda - Twilight Princess

Wii
- Donkey Kong Country Returns
- Mario Kart Wii
- Metroid Prime Trilogy
- Muramasa - The Demon Blade
- Nights - Journey Of Dreams
- New Super Mario Bros. Wii
- Resident Evil - The Darkside Chronicles
- Resident Evil - The Umbrella Chronicles
- Super Mario Galaxy
- Super Mario Galaxy 2
- Super Paper Mario
- The Last Story
- The Legend of Zelda - Skyward Sword (S)
- Wii Sports
- Xenoblade Chronicles
- A Boy And His Blob (NES)
- Castlevania III - Dracula's Curse (NES)
- Donkey Kong Country III - Dixie Kong's Double Trouble (SNES)
- Kid Icarus (NES)
- La-Mulana
- LostWinds
- LostWinds 2 - Winter Of The Melodias
- Mega Man 5 (NES)
- Mega Man 9
- Mega Man 10
- Super Mario RPG (SNES)
- Super Metroid (SNES)
- Wonderboy (Master System)
- Yoshi's Story (N64)

Wii U
- Bayonetta 2
- Captain Toad: Treasure Tracker
- Donkey Kong Country - Tropical Freeze
- Mario Kart 8
- New Super Mario Bros. U + New Super Luigi U (P)
- Nintendoland
- Scribblenauts Unlimited
- Sonic & All-Stars Racing Tranformed
- Sonic - Lost World (D)
- Super Mario 3D World
- Tekken Tag Tournament 2 - WiiU Edition
- The Legend of Zelda - Breath Of The Wild
- The Legend of Zelda - The Wind Waker HD
- The Legend of Zelda - Twilight Princess HD
- Xenoblade Chronicles X
- Yoshi's Woolly World
- Child Of Light
- Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging - Wie fit ist ihr Gehirn? (DS)
- Earthbound (SNES)
- FAST Racing Neo
- Gargoyle's Quest 2 (NES)
- Mega Man 6 (NES)
- Mighty Switch Force! Hyper Drive Edition
- Mighty Switch Force! 2
- Never Alone
- Shovel Knight
- Super Mario Advance 4 - Super Mario Bros 3 (GBA)
- Typoman

Switch
- Collection Of Mana
- Klonoa Phantasy Reverie Series
- Live A Live
- Luigi's Mansion 3
- Mega Man 11 (US)
- Metroid Dread
- Octopath Traveller
- Owlboy
- Paper Mario - Die Legende Vom Äonentor
- Princess Peach - Showtime!
- Super Mario 3D All Stars
- Super Mario Odyssey
- Super Mario Wonder
- Theatrhythm - Final Bar Line
- The Legend Of Zelda - Echoes Of Wisdom
- The Legend Of Zelda - Link's Awakening
- The Legend Of Zelda - Tears Of The Kingdom
- Yoshi's Crafted World
- A Highland Song
- A Short Hike
- Balatro
- Bloodstained - Curse Of The Moon
- Castlevania - Advance Collection
- Castlevania - Anniversary Collection
- Castlevania - Dominus Collection
- Celeste
- Chained Echoes
- Chicory
- Cosmic Star Heroine
- Death's Door
- Decarnation
- Deltarune Episode 1 & 2
- Doki Doki Literature Club +
- ElecHead
- Ender Lilies: Quietus Of The Knights
- Ender Magnolia: Bloom In The Mist
- Final Fantasy VII (PSX)
- Final Fantasy VIII Remastered
- Final Fantasy IX (PSX)
- Fran Bow
- Gone Home
- Gorogoa
- Grandia HD Collection
- Gris
- Hollow Knight
- Horace
- Lunistice
- Momodora: Moonlit Farewell
- Night In The Woods
- No Way Out - Platform 9
- Ori And The Blind Forest
- Ori And The Will Of The Wisp
- Panzer Dragoon: Remake
- Pentiment
- Rime
- Slay The Princess - The Pristine Cut
- Steam World Dig 2
- The Lion's Song
- The Messenger
- Toki (2019)
- To The Moon
- Transiruby
- Trüberbrook
- Tunic
- Twelve Minutes
- Wonder Boy: The Dragon's Trap

Switch 2
- Donkey Kong Bananza
- Metroid Prime 4 Beyond - Nintendo Switch 2 Edition
- 1000xRESIST
- Fast Fusion
- Hollow Knight: Silksong

Game Boy
- Bart Simpson - Escape From Camp Deadly (-)
- Bugs Bunny - Crazy Castle (-)(N)
- Burai Fighter Deluxe (-)(E)
- Donkey Kong Land
- F-1 Race (-)(N)
- Gargoyle's Quest (-)(E)
- Golf
- Gremlins 2 (-)(E)
- King Of The Zoo (-)
- Kung Fu Master (-)
- Kwirk (-)(E)
- Litti's Summer Sports
- Mega Man 2
- NBA All Star Challenge
- Nintendo World Cup (-)(N)
- Pokemon blau
- R-Type (-)
- Skate Or Die - Bad'N Rad (-)
- Street Fighter 2 (-)(N)
- Super Mario Land (-)(N)
- Tetris (-)
- The Amazing Spiderman (-)
- The Castlevania Adventure (-)
- The Legend of Zelda - Link's Awakening
- Tiny Toon Adventures - Bab's Big Break (V)
- Tiny Toon Adventures 2 - Montana's Movie Madness
- Turtles II - Back From The Sewers (-)(N)
- Wario Land - Super Mario Land 3 (V)
- Who Framed Roger Rabbit (-)(N)
- WWF Superstars

Game Boy Color
- The Legend of Zelda - Oracle Of Ages
- The Legend of Zelda - Oracle Of Seasons

Game Boy Advance
- Columns Crown
- F-Zero - Maximum Velocity
- Final Fantasy VI Advance
- Golden Sun
- Golden Sun - Die Vergessene Epoche
- Mario Kart - Super Circuit
- Super Mario Advance 4 - Super Mario Bros. 3
- The Legend of Zelda - A Link To The Past / Four Swords (-)
- The Legend of Zelda - The Minish Cap
- Wario Ware Inc.

Nintendo DS
- Another Code: Two Memories
- Castlevania - Dawn Of Sorrow
- Chrono Trigger
- Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging - Wie fit ist ihr Gehirn?
- Final Fantasy III
- Mario Kart DS
- Meteos
- New Super Mario Bros.
- Okami Den
- Polarium
- Solatorobo
- The Legend of Zelda - Phantom Hourglass
- The Legend of Zelda - Spirit Tracks
- The World Ends With You
- Wario Ware Touched
- Yoshi's Island DS

Nintendo 3DS
- Bit Trip Saga
- Bravely Default
- Dead Or Alive Dimensions
- Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit
- Luigi's Mansion 2
- Mario Kart 7
- New Super Mario Bros 2
- Radiant Historia - Perfect Chronology
- Resident Evil Revelations (S)
- Rhythm Thief & Der Schatz des Kaisers
- Ridge Racer 3D
- Super Mario 3D Land
- The Legend of Zelda - A Link Between Worlds
- The Legend of Zelda - Ocarina Of Time 3D
- The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D
- Abyss
- Alleyway (Game Boy)
- Ballon Fight (NES)
- Donkey Kong Jr. (NES)
- Excitebike - 3D Classics
- Fire Emblem - The Sacred Stones (GBA)
- F-Zero - Maximum Velocity (GBA)
- Gunman Clive
- Gunman Clive 2
- Ice Climber (NES)
- Kid Icarus - 3D Classics
- Kirby's Dream Land (Game Boy)
- Kirby Und Die Wundersame Spiegelwelt (GBA)
- Mario Kart - Super Circuit (GBA)
- Mario vs. Donkey Kong (GBA)
- Mario & Yoshi (NES)
- Mega Man 2 (NES)
- Mega Man 3 (NES)
- Mega Man 6 (NES)
- Metroid (NES)
- Metroid Fusion (GBA)
- Metroid II - Return Of Samus (Game Boy)
- NES Open Tournament Golf (NES)
- Quix (Game Boy)
- SpeedX 3D Hyper Edition
- Super Mario Bros. (NES)
- Super Mario Land 2 - 6 Golden Coins (Game Boy)
- The Legend Of Zelda (NES)
- The Legend Of Zelda - The Minish Cap (GBA)
- VVVVVV
- Wario Land - Super Mario Land 3 (Game Boy)
- Wario Land 4 (GBA)
- Wario Ware Inc. (GBA)
- Wrecking Crew (NES)
- Yoshi's Island - Super Mario Advance 3 (GBA)
- Zelda: Four Swords Anniversary Edition
- Zelda II - The Adventure Of Link (NES)


Sega

Mega Drive
- Altered Beast
- Castle Of Illusion - Starring: Mickey Mouse
- Disney's Aladdin
- Fantasia
- Fantastic Dizzy / Cosmic Spacehead - 2 Games In One
- Quackshot
- Soleil
- Sonic The Hedgehog

Saturn
- Daytona USA
- Die Hard Trilogy
- Duke Nukem 3D
- Myst
- Nights Into Dreams (inkl. "Christmas Nights") (2)
- Panzer Dragoon
- Panzer Dragoon Zwei
- Panzer Dragoon Saga (3)
- Sega Rally Championship
- Sega Worldwide Soccer 97
- Shinobi X

Dreamcast
- Capcom vs. SNK
- ChuChu Rocket
- Dead Or Alive 2
- Grandia II
- Jet Set Radio
- Legacy Of Kain: Soul Reaver
- Marvel vs. Capcom - Clash Of The Super Heroes
- Marvel vs. Capcom 2
- Metropolis Street Racer
- Phantasy Star Online
- Resident Evil - Code: Veronica
- Rez
- Sega Rally Championship 2
- Shenmue
- Shenmue II
- Skies Of Arcadia
- Sonic Adventure
- Sonic Adventure 2
- Soul Calibur
- Space Channel 5
- Virtua Fighter 3 tb


Sony

PlayStation
- Breath of Fire III
- Chrono Cross (US)(P)
- Croc: Legend Of The Gobbos
- Discworld
- FIFA - Die WM-Qualifikation 98
- Final Fantasy VII
- Final Fantasy VIII
- Final Fantasy IX
- Final Fantasy Anthology (US)
- Final Fantasy Chronicles (US)
- Final Fantasy Origins
- Formel 1 97
- Grandia
- Gran Turismo
- Killer Loop
- Koudelka
- Lunar - Eternal Blue Complete (US)
- Lunar - Silver Star Story Complete (US)
- Metal Gear Solid (S)
- Porsche Challenge
- Resident Evil (P)
- Resident Evil 2
- Resident Evil 3 - Nemesis (UK)
- Resident Evil - Director's Cut
- Ridge Racer Revolution
- Ridge Racer Type 4
- R-Type Delta
- Silent Hill
- Spyro The Dragon
- Suikoden II
- Tekken
- Tekken 2
- Tekken 3
- The Adventures Of Alundra
- Tomb Raider
- Tomb Raider II
- Vagrant Story
- V-Rally
- V-Rally 2
- Wild Arms
- WWF Attitude
- Xenogears (US)

PlayStation 2
- Beyond Good & Evil
- Dragon Quest - Die Reise Des Verwunschenen Königs
- Final Fantasy X
- Final Fantasy X-2
- Final Fantasy XII
- God Of War
- God Of War II
- Gran Turismo 3 A-spec
- Hyper Street Fighter II
- Ico (S)
- Kingdom Hearts
- Kingdom Hearts II
- Kya - Dark Lineage
- Metal Gear Solid 2: Sons Of Liberty
- Metal Gear Solid 3: Snake Eater
- Okami
- Prince Of Persia - The Sands Of Time
- Psychonauts
- Ridge Racer V
- Shadow Hearts
- Shadow Hearts Covenant
- Shadow Hearts: From The New World
- Shadow Of The Colossus
- Silent Hill 2
- Silent Hill 3
- Silent Hill Origins
- Singstar
- Sly Racoon
- Soul Reaver 2
- Space Channel 5 - Part 2
- Tekken Tag Tournament
- Virtua Fighter 4 Evolution
- Wipeout Fusion
- World Series Of Poker
- WWE Smackdown: Here Comes The Pain (P)
- Xenosaga - Der Wille Zur Macht (US)(P)

PlayStation 3
- Bayonetta
- Beyond: Two Souls
- Bioshock
- Blaz Blue - Calamity Trigger
- Final Fantasy XIII (S)
- Final Fantasy XIII-2
- God Of War III
- God Of War - Ascension
- Heavy Rain
- Ico & Shadow Of The Colossus (Classics HD)
- L.A. Noire
- Lightning Returns - Final Fantasy XIII
- Metal Gear Solid 4: Guns Of The Patriots
- Metal Gear Solid 5: Ground Zeros
- Mirror's Edge
- Resident Evil 5
- Resident Evil 6
- Ridge Racer 7
- Singstar ABBA
- The Last Of Us
- The Orange Box
- Top Spin 3
- Uncharted: Drake's Fortune
- Uncharted 2: Among Thieves
- Uncharted 3: Drake's Deceiption
- wipEout HD/Fury (4)
- Braid
- Brothers - A Tale Of Two Sons
- Castlevania - Symphonie Of The Night (PSX)
- FEZ
- Flower
- Journey
- LIMBO
- Linger In Shadows
- Monkey Island 2: LeChuck's Revenge (Amiga u. a.)
- Sound Shapes
- Suikoden (PSX)
- Suikoden 3 (PS2)
- Super Stardust HD (4)
- The Secret of Monkey Island (Amiga u. a.)
- The Swapper
- The Unfinished Swan
- Valiant Hearts: The Great War

PlayStation 4
- Bloodstained - Ritual Of The Night
- Detroit - Become Human
- Final Fantasy VII Remake
- Final Fantasy X/X-2 HD Remaster
- Final Fantasy XII - The Zodiac Age
- Final Fantasy XV
- Final Fantasy Type-0 HD
- God Of War
- Horizon - Zero Dawn (D)
- It Takex Two
- Life Is Strange - Limited Edition (S)
- Life Is Strange - Before The Storm - Limited Edition (S)
- Life Is Strange 2
- Little Nightmares
- Little Nightmares 2
- Metal Gear Solid V - The Phantom Pain
- Mirror's Edge Catalyst
- Nier Automata
- Octopath Traveller II
- Resident Evil 2
- Resident Evil 3
- Resident Evil 7 biohazard
- Resident Evil Revelations 2 (D)
- Shadow Of The Colossus
- Shenmue I & II
- Shenmue III
- Tearaway Unfolded
- Tetris Effect
- The Evil Within
- The Last Guardian
- The Last Of Us - Part II
- The Order: 1886
- The Witcher 3 - Game Of The Year Edition (D)
- Uncharted 4 - A Thief's End
- Uncharted - Lost Legacy
- Until Dawn
- Yooka-Laylee
- Yooka-Laylee And The Impossible Lair (D)
- 11-11: Memories Retold
- 428: Shibuya Scramble
- ABZU
- Dear Esther - Landmark Edition
- Detention
- Forgotton Anne
- Hellblade - Senua's Sacrifice
- Hotline Miami
- Iconoclasts
- Inside
- Last Day Of June
- Mega Man Legacy Collection
- Mega Man Legacy Collection 2
- Resident Evil HD Remaster
- Resogun
- Soma
- Sayonara Wild Hearts
- Super Meat Boy
- Steam World Dig
- The Bridge
- The Vanishing Of Ethan Carter
- The Witness
- Trials Fusion
- Unravel
- Unravel Two
- What Remains Of Edith Finch
- Windjammers (Neo Geo)
- Zero Escape: The Nonary Games

PlayStation 5
- Astro Bot
- Clair Obscur: Expedition 33
- Crisis Core: Final Fantasy VII - Reunion
- Elden Ring
- God of War Ragnarök
- Fantasian: Neo Dimension
- Final Fantasy VII Rebirth
- Final Fantasy XVI
- Immortals Fenyx Rising
- Metal Gear Solid Delta: Snake Eater
- Prince Of Persia - The Last Crown
- Ratchet & Clank: Rift Apart
- Resident Evil 2 Remake
- Resident Evil Requiem
- Resident Evil Village
- Sea of Stars
- Silent Hill 2
- Stray
- The Last Of Us Part I
- The Quarry
- Blue Prince
- Disco Elysium: The Final Cut
- Final Fantasy VII Remake: Integrade
- F.I.S.T.: Forged In Shadow Torch
- Inscryption
- Kayak VR: Mirage (PSVR2)
- Outer Wilds
- Red Matter 2 (PSVR2)
- Rush Apex Edition  (PSVR2)
- Rez Infinite (PSVR2)
- Röki
- RUSH: Apex Edition (PSVR2)
- Monster Boy And The Cursed Kingdom
- Neon White
- The Midnight Walk
- The Stanley Parable: Ultra Deluxe

PlayStation Portable
- Crisis Core - Final Fantasy VII
- God Of War: Chains Of Olympus
- God Of War: Ghost Of Sparta
- LocoRoco (P)
- LocoRoco 2
- Metal Gear Solid: Peace Walker
- Ridge Racer 2
- Tekken 6
- Wipeout Pure (P)
- Valkyrie Profile Lenneth
- Corpse Party
- Sega Mega Drive Collection


Fußnoten:
(1) Geschenktes Spiel von einem Freund. Ohne Originalverpackung. Gehörte zu einem frühen Xbox-Bundle.
(2) Lag in UK der Dezember Ausgabe (#14) des Sega Magazins bei, wurde aber nie im Handel angeboten.
(3) Sehr seltenes, im Westen auf wenige tausend Stück limitiertes Spiel zum Ende der Saturn Ära. In der Original PAL-Version bestand es aus zwei normalen Hüllen mit insgesamt 4 CD-Roms, die mitsamt der Anleitung in einem größeren Papp-Schuber steckten. Leider fehlt der mir gekauften Version auf ebay sowohl die Anleitung als auch der umfassende Papp-Schuber.
(4) Im April 2011 wurde bekannt, dass ca. 75 Millionen Kreditkartendaten von Hackern aus der Datenbank des Playstation-Stores (PSN) gestohlen wurden. Als Wiedergutmachung bot man sämtlichen im PSN angemeldeten Usern eine Reihe verschiedener Games zum Download an.


Zusammenfassung:

Atari: 35 Spiele
- VCS 2600: 35 Spiele

Commodore: 4 Spiele
- Amiga CD32: 4 Spiele

Microsoft: 17 Spiele
- Xbox: 17 Spiele

Nintendo: 187 Spiele
- Nintendo Entertainment System: 12 Spiele
- Super Nintendo: 23 Spiele
- Nintendo 64: 7 Spiele
- Gamecube: 21 Spiele
- Wii: 15 Spiele
- WiiU: 16 Spiele
- Switch: 18 Spiele
- Switch 2: 2 Spiele
- Game Boy: 30 Spiele
- Game Boy Color: 2 Spiele
- Game Boy Advance: 10 Spiele
- Nintendo DS: 16 Spiele
- Nintendo 3DS: 15 Spiele

Sega: 40 Spiele
- Mega Drive: 8 Spiele
- Saturn: 11 Spiele
- Dreamcast: 21 Spiele

Sony: 171 Spiele
- PlayStation: 42 Spiele
- PlayStation 2: 36 Spiele
- PlayStation 3: 25 Spiele
- PlayStation 4: 38 Spiele
- PlayStation 5: 20 Spiele
- PlayStation Portable: 10 Spiele


Gesamt: 454 Spiele

Montag, November 04, 2013

Der "Wow"-Effekt

Das Leben eines passionierten Videospielers ist nur so gespickt mit Situationen, die man beeindruckend findet, Momente, die man nicht alle Tage hat, die man nur dann erlebt, wenn einen etwas, meistens etwas Neues oder neuartiges "flasht", wie man neudeutsch sagt. Als jemand, der seine erste Begegnung mit diesem Medium Ende der 80er Jahre mit dem Atari VCS 2600 und dem C64 hatte, wurde ich seitdem in schöner Regelmäßigkeit immer und immer wieder mit geradezu unglaublicher Grafik und Technik konfrontiert, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte, wenngleich schon die kleinen Dinge ein fröhliches Jauchzen in mir hervorriefen. Sei es, als ich zum ersten mal den Farb-Bildschirm eines Game Gear sah, selber Hand an ein NES-Pad mit Super Mario Bros legen durfte oder bei einem anderen Freund daheim die farbenprächtige 16-Bit Optik eines Amiga 500 bestaunen durfte. Bis in die Mitte der 90er hinein verschwimmen diese Eindrücke ein wenig, da ich mir weder zum Erstverkaufstag eine nagelneue Technik leisten, noch sie auch nur - eben ganz aktuell - anderswo bewundern konnte oder durfte. So blieben die Magazine meine Verbindung zur Aktualität auch wenn es natürlich schwer war, sich immer ein Bild zu machen, vor allem da sich zu jener Zeit diese Bilder auch nicht bewegten.
Gerade für einen Konsolenspieler gibt es kaum eine aufregendere Phase als die eines Generationswechsels und wahrscheinlich war die aufregendste solche die, als der Wechsel von 2D-Sprites hin zu 3D-Polygongrafik anstand. Natürlich war das ganze nicht vollkommen "neu", denn zum einen gab es dahin natürlich einen kontinuierlichen Weg, der auch schon zu 16-Bit Zeiten immer wieder mit der beschränkten Technik zu beschreiten versucht wurde (Starfox auf SNES oder Virtua Racing auf Mega Drive), zum anderen war der PC, auf den man zwangsläufig auch ein wenig neidisch schielte spätestens seit "Doom" in der schönen 3D-Welt angekommen und selbstverständlich kam man nicht umhin, in den Arcades stets einen Blick in die nähere Zukunft werfen zu können. Abgesehen davon war es natürlich dennoch etwas Außergewöhnliches, diese bombastische Grafik im heimischen Wohnzimmer zocken zu können.

Als ich also die Power der PSX bei einem Freund zum ersten mal gesehen hatte, war ich wie im Wahn und wusste, dass ich das auch für mich brauchte. Einge Monate später, im September 1996 konnte ich mit meiner Playstation endlich eine aktuelle Konsole mein Eigen nennen und ich genoss die schöne neue 3D-Welt in vollen Zügen. Ich war davon überzeugt, dass die Grafik unfassbar gut sei und die FMV-Sequenzen waren, trotz unerreichbarer Schönheit, das i-Tüpfelchen auf dem Ganzen.
Als ein knappes Jahr später das N64 kam war ich anfangs auch schwer beeindruckt aber bei genauerem Hinsehen zeigte sich, dass dort auch nicht alles Gold war das glänzte und somit kein wirklich bedeutender neuer Schritt möglich war. Dies änderte sich erst wieder im Jahr 1998 mit Erscheinen von Segas Dreamcast-Konsole.
Als sie in Europa im Oktober 1999 erschien gehörte ich zu den Erstkäufern und ich weiß noch wie heute, wie glücklich ich damit war. Die detaillierte wunderschön texturierte Welt eines Sonic Adventures pustete mir glatt mein Gehirn weg. Oft stand ich minutenlang einfach nur herum und sog die Umgebung in mich auf. In der kurzen Lebensspanne des Dreamcast hatte ich wohl dann auch mit Soul Calibur oder Shenmue weitere gigantische Eindrücke zu verarbeiten die mich stellenweise mit "offenem Mund" zurück ließen. Freilich gab es später in der Generation nach dem "Tod" des Dreamcast auf PS2, Gamecube und Xbox viele weitere schöne Spiele doch nie stellte es mir mehr so die Nackenhaare auf wie bei Segas blauem Kringel, schon weil diese Generation bis weit in 2006, nimmt man Nintendos Wii noch mit dazu, fast bis heute währt.
Als Mitte der 00er Jahre das HD-Zeitalter anbrach, war es Microsoft, die Ende 2005 mit der Xbox 360 die neue Konsolengeneration einläuteten. Zwar betrat ich erst im Oktober 2008 mit der PS3 den Bereich dieser Generation, doch auch hier war ich von der neuen Grafikpracht nahezu hellauf begeistert. Die Steigerung der Texturqualität hin zum Fotorealismus, die Lichteffekte, die meist konstant hohe framerate und der schnelle Spielfluss an sich war etwas, das es in dieser Qualität bisher nicht annähernd gegeben hat. Freilich war dies - innerhalb der 3D-Grafik - nur der nächste konsequente technische Schritt, doch wenn ich an die Verfolgungsjagd in Metal Gear Solid 4, die hollywoodreife Action in Uncharted 2 oder auch die knackscharfen Indoor-Anlagen eines Mirror's Edge denke (alles persönliche Erfahrungen), so muss ich doch sagen, dass es diese Generation tatsächlich in sich hatte und uns wirklich bis heute (The Last Of Us) mit Optik auf allerhöchstem Niveau verwöhnt. 8 Jahre sind eine lange Zeit, seitdem die XBox 360 sich zum ersten mal in den Händlerregalen breit machte. In Kürze folgt nun fast zeitgleich mit PS4 und Xboxone die nächste Generation und wieder einmal kann ich als Gamer die Vorfreude kaum verbergen, denn beim Anblick der ersten Spiele heißt es sodann wieder: Wow...
...was zum Teufel ist hier denn passiert?? Habe ich aus Versehen meine PS3 angeschlossen? Im Ernst: Natürlich ist es schwer, in dieser Phase in der es nicht mehr um Polygonpower geht, sondern eher detaillierte Effekte und Texturen den Unterschied ausmachen die selbe Wirkung auf die Spieler zu erzielen wie beim Sprung auf die neue HD-Technik. Und dennoch bin schwer enttäuscht und ernüchtert, denn ich tue mich schon bei Videos schwer, einen technischen Unterschied zur (noch) aktuellen Generation zu entdecken, bei Bildern bin ich erst recht außerstande einen zu erkennen. Freilich wird in einigen Jahren die neue Power zur Geltung kommen, ein God of War 2 ist schließlich auch nicht mit einem Fantavision vergleichbar. Und dennoch wünschte ich mir gerade zu Beginn einer neuen Konsolen-Ära etwas, das mir eben sofort ins Auge springt und mich mitreißt.

Und etwas solches sehe ich beim besten Willen weit und breit nicht. Schade.

Sonntag, März 10, 2013

Sonntagsspaziergang

Seit geraumer Zeit spiele ich mit dem Gedanken, meinen Blog einmal wieder zu aktualisieren. Diverse Themen wären mir dazu eingefallen. Der Pferdefleisch-Skandal, über den ich mich weniger gar nicht empören könnte, möglicherweise ein Blick auf die deutsche Parteienlandschaft oder eine neue Game - Rückschau aus meiner Sammlung.

Letzten Endes wird es einer meiner kürzesten Beiträge werden. Inspiriert hat mich mein heutiger Spaziergang durch mein geliebtes Siegsdorf. Was so besonders war? Gar nichts.
Und doch bin ich erstaunt, wie sehr es mich immer wieder berührt, wenn ich durch die verschiedensten Enden meines Dorfes schlendere, mir der Wind die verschiedenen Gerüche herbei weht, meine Augen die Gegenwart sehen und mein Kopf sie in etwas viel wertvolleres verwandelt. Meine Sinne sind im Hier und Jetzt, doch meine Gedanken verbinden alle Orte und Wahrnehmungen mit wundervollen Erinnerungen, die ich mit jedem nur denkbaren Platz dort habe, mit meinem selbst als Kind, Jugendlichen oder einem jungen Erwachsenen. Und wenn mir infolgedessen die Tränen in die Augen schießen weiß ich, wie dankbar ich bin für diese Erinnerungen, dieses Leben, dieses Glück.

Freitag, Dezember 21, 2012

Resurrection

Ende des Selbstmitleids
Die Tage sind kurz, die Nächte kalt, die Stimmung ist mies. Ich fühle mich allein, ungeliebt, ungebraucht. Der Winter und die Weihnachtstage stehen vor der Tür. Ich hasse mich und mein Leben. Das Jahr und alles was darin so gut und wundervoll war ist praktisch aus und vorbei. 2012 wirft seine Schatten voraus. Alles wird neu. Wird es auch gut? Ich weiß es nicht...
Es ist der 23.12. Ich wache morgens auf. Brauche - wie immer - dazu keinen Wecker als Hilfestellung. Natürlich habe ich schlecht geschlafen. Ich fange heute bei Pohlig an. Ich bilde mir ein, dass ich am Probetag ein gutes Gefühl hatte. Dass man mich dort zuletzt unbedigt wollte ist zumindest kein schlechtes Zeichen. Naja, selbst beim Eberl wollte man mich. Mein bisher kürzester Aufenthalt bei einem Arbeitgeber. Ganze 4 Tage war ich dort. Es war eine Katastrophe. Dabei könnte ich noch nicht einmal genau sagen, warum. Sei's drum, ich muss los. Ich werde freundlich empfangen. Alle lächeln. Ab geht's zum Begrüßen durch alle möglichen Abteilungen. Herrje. Mein Foto für Ausweis und internes Netzwerk werden gemacht. Ich setze mein bestmögliches Grinsen auf und könnte mich und die Welt dabei kaum mehr anlügen. Die Last auf mir ist in den letzten Wochen kaum geringer geworden. Meine Gedanken kreisen nach wie vor um Eva und es benötigt ein hohes Maß an Konzentration und vor allem Anstrengung, diese Zerrissenheit nicht nach außen zu tragen. Wie zu erwarten werden die ersten Wochen hart. Ich lerne nur langsam und mühsam. Zwischendurch ist die Inventur, bei der ich mich auch sicher kaum durch exorbitanten Einsatzwillen hervortue. Es muss weitergehen, es muss. Noch weit in den Januar hinein ertappe ich mich dabei, wie ich im Auto sitze und mir bei einem falschen Lied, das im Radio läuft die Tränen kullern. Ich weiß, die Trauerzeit muss jetzt rum sein. Doch noch kann ich den Schalter dafür nicht endgültig umlegen; Noch!

Die Macht der Menschen
Ich kann nicht genau sagen, wann oder warum es passiert ist aber plötzlich und unerwartet geht es wieder bergauf. Aber ich kann sagen, was ich spüre. Ich spüre, dass ich bei meiner neuen Arbeit am richtigen Platz bin. Klar mache Fehler, klar läuft vieles noch alles andere als rund und perfekt aber ich fühle mich wohl. Wenn ich durch meine Abteilung gehe treffe ich durchwegs positive Gesichter. Meine drei unmittelbaren Kollegen, die immer wieder Späße reißen, die spitzbübischen Blicke in der Werkstatt, das freundliche Lächeln der Empfangs-Mädls, das High-Five, wenn ich bei Bettina vorbei marschiere und so weiter. Ich merke, wie sich alles einspielt, wie ich von Tag zu Tag, ja förmlich von Minute zu Minute besser hinein wachse und dies ohne nennenswerte Kompromisse. Ein saugutes Gefühl. Meine gottgegebene Gabe, ein sehr umgänglicher und gern gesehener Mensch zu sein kommt mir in vollem Umfang zugute. Bis Mitte Februar fühle ich mich beinahe vollständig integriert. Wir machen beim Felix einen Pokerabend, trinken und haben Spaß. Ich kannte sowas in der Form bislang nicht, nicht einmal bei cosmo, auch wenn ich mich dort unter den Leuten auch sehr wohl fühlte. Aber irgendwie bin ich damals selbst noch ein anderer Mensch gewesen.

We want you!
Ende Februar erhalte ich einen Anruf, der in diesem Jahr noch ausgesprochen folgenreich sein sollte. Noch im vergangenen November kam ich mit einem Ehepaar mittleren Alters ins Gespräch, die u. U. gerne mich für einen Job in Ihrem nagelneuen Versandgeschäft für Arbeitsschuhe ab Mitte 2012 haben würden. Zu dem Zeitpunkt noch gänzlich perspektivlos, sagte ich natürlich freudig mein Interesse zu und dass sie sich bei Bedarf gerne im Frühjahr wieder melden dürfen. Dieser damals ferne Tag war nun gekommen. Wenige Tage später treffe ich mich mit den beiden im Wochinger. Sie unterbreiten mir ihren mittlerweile sehr gut ausgereiften Plan und nach etwas überlegen unterzeichne ich einen noch nicht bindenden Vorvertrag. Noch, so denke ich mir, habe ich Zeit, es mir anders zu überlegen, noch bin ich noch nicht fertig bei Pohlig integriert, noch, und da bin ich mir ganz sicher, fühle ich mich einem so kleinen Versandhandel vom Kopf her näher als einer doch recht großen Firma, wie Pohlig eine ist, habe ich doch lange Zeit in meiner Tätigkeit als Siegsdorfer Lagerleiter Arbeiten ausgeführt, die einem solchen Anforderungsprofil fast schon 1:1 entsprechen. So oder so ist diese Begebenheit nun Teil meines Lebens, welche ich natürlich kaum mit jemandem teilen kann. Der Einfachkeit halber verdränge ich es erst einmal.

Next....
Durch die nicht streng chronologische sondern auch kapitelhafte Aufteilung ist es geboten, dass ich bei gewissen parts auch einmal das Jahr schnell passieren lasse oder von Punkt zu Punkt springen muss. Dies vorab als Erklärung für diesen Abschnitt, der einen doch sehr entscheidenden Stellenwert in diesem Jahr einnimmt. Ganz davon abgesehen muss man natürlich auch sagen, dass es sich dabei - auch wenn ich selbstverständlich in kein Detail gehen werde - um durchaus heikle Angelegenheiten dreht. Und doch weiß ich zum einen ziemlich genau, wer von denen, die diesen Blog lesen, mich kennen und zum anderen spielt es für mich eine so wichtige Rolle, dass ich nicht darauf verzichten möchte, dies hier zu nennen. Kurz und gut, es geht um die Frauen, die in diesem Jahr für mich von besonderer Bedeutung waren. Unwichtige solche oder (gute) Freunde, mit denen sozusagen "nichts lief" seien hier nicht genannt.

- Heidi: Im Prinzip hätte sie in dieser Aufzählung eigentlich keine besondere Bedeutung, allerdings war sie die erste, und zwar an meinem Geburtstag, mit der ich nach Eva etwas hatte. Es war deswegen wichtig, weil sie mir wieder das Gefühl gab, dass ich es "noch kann" mit Frauen sozusagen in einem Club rumzuschmusen und sie gab mir wohl den wirklich endgültigen Schubser, von Eva weg zu kommen. Einige Wochen später beim Weggehen wiederholte sich dies und wir waren sogar einmal auf ein Date beim Italiener. Gefühle für sie waren aber nicht vorhanden. Deswegen beendete ich das.

- Stini: Die Geschichte mit Stini ist eigentlich eine wunderschöne und dass sie nicht gut ging, fand ich zwischenzeitlich wirklich ausgesprochen bedauernswert und traurig. Sie war diejenige, in die ich mich wirklich glaubte, neu verliebt zu haben. Und sie wäre auch deshalb so schön zu erzählen gewesen, weil ich sie beinahe schon zehn Jahre kenne, also zu einer Zeit, als sie noch ein kleiner Teenagerpups und mit dem großen, tollen Mader Flo liiert war. Trotz unserer langen Bekanntschaft hatten wir uns in den vergangenen Jahren fast gänzlich aus den Augen verloren. Es war ein schöner Umstand, dass wir über das Theaterspielen wieder zueinander fanden, da sie, wohl mangels Spieler, in Siegsdorf mitsamt ihrem Vater eine Rolle in unserem diesjährigen Frühjahrsstück übernahm. Es war alles vollkommen harmlos. Wir probten zusammen, sahen uns durchschnittlich ein, zwei mal die Woche und gegen Mitte März rückte unser Aufführungstermin näher. Am Tag der Premiere war ausgerechnet Sailer Keller Nights in Traunstein und da nahm ich sie einfach nach der Vorstellung mit zu mir in die Wohnung, duschte mich noch kurz und machte mich fertig, ehe wir gemeinsam den Abend verbrachten. Wir hatten eine nette Zeit und ich dachte mir einfach, dass es schön ist, mit ihr wieder so viel zu tun zu haben. Sonst nichts! Die Aufführungen zogen sich noch bis zum darauffolgenden Wochenende hin. Am Donnerstag davor bekam ich seltsame SMSn von ihr, von wegen, sie könne nicht schlafen und dass ich Schuld daran sei. Zum ersten mal überlegte ich, ob ich irgendetwas verpasst hätte aber ich kam nicht darauf. Ich behandelte sie immer noch gleich, bemerkte aber, dass sie plötzlich Probleme hatte, mir in die Augen zu sehen und zwischenzeitlich etwas auf Distanz ging. Da gingen mir die Lichter auf....Am Samstag nach der letzten Vorstellung fuhren wir zusammen mit meiner Schwester nach Sondermoning auf ein Festl und es kam, wie es kommen musste: ich hatte was mit ihr und meine Schwester sagte mir, sie hätte von ihr gesagt bekommen, dass sie sich total in mich verknallt hätte. Ich wusste gar nicht recht wie mir geschah. Wohlgemerkt sei gesagt, dass Stini zu diesem Zeitpunkt in einer Beziehung war und sie noch dazu mit ihrem Freund erst zusammen gezogen ist. Nichtsdestotrotz verbrachte ich die Nacht bei ihr (ihr Freund war auf Montage). Die Wochen danach waren das reinste Katz - und Maus - Spiel. Einen Tag lang wollte sie nichts mehr von mir wissen, den nächsten erzählte sie, sie will eigentlich mit ihrem Freund Schluss machen. Trotzdem gab es danach beinahe wieder Funkstille bis wir uns nach einem knappen Monat im Kafka wieder sahen und ihre Gefühle für mich wohl stärker waren als je zuvor, wie sie mir anschließend schilderte. In der kommenden Woche war sie jeden Tag nach ihrer Arbeit bei mir und auch ich konnte kaum mehr anders als festzustellen, dass ich auch viel für sie empfand. Am Tag vor meiner Abreise für das Wochenende mit meinen Freunden in Berlin lagen wir stundenlang bei mir im Bett und waren quasi kurz davor, Pläne für unsere gemeinsame Zukunft zu schmieden. Auch während ich in Berlin war, rief sie mich mehrmals an, wir schrieben Unmengen an SMS, es war ein merkwürdiges Gefühl. Doch es ging auch anders herum. Nach meiner Rückkehr hatte sie sich anscheinend wieder für ihren Freund entschieden und wollte mit mir nichts mehr zu tun haben. Jetzt, da ich richtig begonnen hatte, Gefühle für sie zu haben, war wieder Eiszeit. Es tat weh und auch wenn es noch ein paar mal Anzeichen für eine Chance gab, wir kamen uns nie wieder so nahe wie an dem Tag vor Berlin. Sehr Schade. Letzten Endes hatte sie doch immer die letzte Kontrolle und mich wie eine Marionette zappeln lassen. Ich hatte stellenweise eine richtige Wut auf sie und harschte sie fies an, wenn ich sie beim Weggehen fortan in fremder männlicher Begleitung sah. Heute ist sie single, ihr Freund hat eine Neue und sie ist alleine in ihrer neuen Wohnung. Nur sie.....und ihr Baby im Bauch. Unser Verhältnis hat sich mittlerweile von sämtlichen Gefühlen entschlackt. Vor kurzem erst war ich bei ihr. Ich kann ihr problemlos über den Bauch streicheln und sie auf die Stirn küssen ohne dass es irgendetwas auslöst. Letzten Endes ist es gut, dass es so gekommen ist.

Laura: Die Geschichte von Laura ist ohne die von Stini eigentlich nicht zu erzählen. Ich kenne Laura mehr oder weniger über meine anderen Freundinnen Sonja, Lisa und Dani. Anfangs war Laura nur ganz selten, meist in Begleitung ihrer Zwillingsschwester Linda, dabei, doch seit Anfang diesen Jahres ging sie oft mit Lisa weg und war dann fast schon zwangsläufig immer wieder da, wenn wir uns auch im größeren Stil mal am Abend bei einem drink oder generell beim Weggehen trafen. Ich hatte eigentlich immer schon das Gefühl, ihr sympathisch zu sein. Fast schon zu automatisch lachte sie über meine dämlichen Witzchen oder haute mich mit vorwurfsvoll lächelndem Blick mit ihren Fäustchen gegen die Schulter. So kam es halt, dass wir uns hin und wieder mal per facebook oder per SMS schrieben. Eines abends wollte sie unbedingt, dass ich zum Weggehen kommen sollte, es war die bereits erwähnte Sailer Keller Nights, zu der ich mit Stini hingegangen war. Als ich so kurz vor 0 Uhr endlich mich durch die endlose Schlange gekämpft habe, wartete sie schon sehnsüchtig - man kann es nicht anders sagen - auf mich. Auch sie hatte, man muss es erwähnen, zu dem Zeitpunkt einen Freund, der noch dazu beim Pohlig arbeitet. Sie nahm meine Hand und es war kaum zu übersehen, dass sie etwas für mich empfand, auch wenn sie Stolz genug hatte, dies nicht zu offensichtlich zu machen. Ihr Lächeln und ihre Augen verrieten sie. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung von Stinis Gefühlen für mich und ich lies die beiden dann tatsächlich über weite Strecken des Abends allein. Man kann sich ausmalen, wohin das womöglich führen mochte, noch dazu wo Stini als die Dominante, das ist in ihrer Natur, von den beiden auftrat. Es war nur kurze Zeit später, als ich sie fragte, ob sie nicht Lust hätte, an einem warmen Frühlingstag an den See zu fahren. Sie sagte mir ab. Ich meinte, sie gut genug zu kennen, dass es ohnehin nichts bringen würde. Sie hatte einen Freund und letzten Endes würde ich keinen Keil dazwischen treiben wollen, also ließ ich es darauf beruhen. Wenige Wochen später kehrte ich von Berlin heim und wie zuvor schon beschrieben hatte sich meine Sache mit Stini nicht gerade so entwickelt, wie ich es kurz zuvor noch gedacht und erhofft habe. Ich hatte noch eine Woche Urlaub und so beschloss ich, Laura, die mittlerweile single war, in München zu besuchen, natürlich auf ihr Angebot hin. Wir gingen zusammen auf die Theresienwiese aufs Frühlingsfest. Ihre Zuneigung zu mir wurde nach zwei Mass Bier nicht gerade weniger und es war wirklich ein schönes Gefühl, wie sie mich ansah und sich um meinen Arm klammerte. Ich verbrachte die Nacht bei ihr. Es war wirklich schön. Sie ist ein wirklich unglaublich hübsches und bezauberndes Mädchen. Leider war das Problem, dass die Sache mit Stini noch immer nicht aus meinem Kopf verschwunden war und just an diesem Tag wollte sie sich unbedingt mit mir treffen. Ich musste eine Entscheidung fällen, da es mir zutiefst missfiel, so ein doppeltes Spiel zu spielen. Ich sagte Laura offen ins Gesicht, dass ich im Moment nicht anders kann als die Chance bei Stini zu suchen, entschuldigte mich und ging. Sie war sehr enttäuscht von mir und hat mir diese Entscheidung nie ganz verziehen. Ich habe sie auch seitdem kaum mehr gesehen auch wenn wir, wenn sie mal da ist, ein ganz gutes Verhältnis haben. Letzten Endes tat es mir leid und ich weiß auch, dass ich eine falsche Entscheidung getroffen habe. Es ist nicht lange her, da habe ich ihr das offen gesagt. Nichtsdestotrotz ist dieses Kapitel nun abgeschlossen.

- Sabine: Dies kann ich hier wahrlich einmal kurz halten. Ich habe sie Anfang Mai ganz klassisch von der Metro abgeschleppt. Nachher hatten wir noch einmal ein Date. Sie ist insofern etwas aus dem Rahmen fallend, da sie zum einen schon 29 war (die meisten anderen Mädls waren deutlich jünger) und zum anderen war sie es, die den Kontakt mit mir abbrach. Nicht etwa, dass es mich irgendwie schmerzte aber es war doch gut, mal wieder einen Dämpfer zu bekommen. Hin und wieder sehe ich sie noch mal beim Weggehen. Wir können auch ganz normal reden. Alles easy. Ach ja: Was die Kussqualitäten angeht liegt sie einsam an der Spitze! ;)

- Lena: Dies ist alleine deshalb schon ein ausgesprochen schwieriger Teil, weil ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass sie das - im Gegensatz zu allen anderen Genannten - lesen wird. Ich hätte es mir natürlich einfach machen und sie günstigerweise ausklammern können aber dies liefe dem Sinn dieser Aufzählung zuwider und abgesehen davon schreibe ich diese Zeilen ja in erster Linie für mich und nicht für irgendwelche - und seien es nur potentielle - Leser. Ich glaube ich muss beim Besuch im Frühlingsfest im Mai anfangen, als ich mich kurzerhand entschloss, den Tisch rund um Alwin, Manu und co. zu verlassen und über Umwege dorthin gelangte, wo u. a. Lena, Evi, Elisa, Steffi, Tini und Regina saßen. Als noch relativ frisches Mitglied in der "Pohlig-Familie" hatte ich nie ein Problem damit, mich bei Leuten, die ich nicht kenne zu integrieren, erst recht nicht bei Partys oder Saufgelagen. Auf jeden Fall war es ein schöner Abend und ich fühlte mich richtig wohl bei den Mädls. Es war letztlich auch ein Auftakt zu einer ganzen Reihe von Wochenenden, die ich immer wieder über das Jahr verteilt mit dieser Gruppe verbrachte und ich hoffe auch, dass ich hier nach wie vor ein gern gesehener Gast bin, aber das soll ein anderes mal erzählt werden. Wie auch immer, auf jeden Fall lud mich Lena eine Woche darauf zu sich nach Hause ein um mit ihr und den anderen, die im Bierzelt mit dabei waren eine kleine Gartenparty zu machen. Der Abend wurde länger und länger und zuletzt blieben nur vier Personen übrig. Ich schlief bei der Lena im Zimmer. Was soll man sagen? Es passierte daraufhin immer wieder, dass wir beim Weggehen, i. d. R. beide stark alkoholisiert, mal was miteinander hatten, auch wenn ich immer darauf pochte, dass es nicht mehr als Freundschaft ist und Lena das eigentlich allem Anschein nach auch immer einsah. Man muss zu ihrer Persönlichkeit sagen, dass sie eine - vermutlich angeborene - Überredungskunst besitzt und obwohl ich oft genug auch "nein" sagte, so schlupfte sie doch ab und an durch den Schutzmantel der Intimität, wenngleich man trotzdem sagen muss, dass nie etwas wirklich Ernstes passiert ist. Glücklicherweise tat das unserer Freundschaft, trotz des bemerkenswerten Altersunterschieds von beinahe 12 Jahren, keinen Abbruch. Darüber bin ich sehr froh und hoffe sehr, dass dies auch weiterhin Bestand hat. Mein Leben wäre ohne sie ärmer.

- Franziska: Was Franziska betrifft bin ich ein kleines bisschen gespalten. Was die Intensität während unserer gemeinsamen Zeit (knapp zwei Monate) angeht, gehörte sie eigentlich ganz oben auf die Liste. Als ich dies aber dann Mitte Juli beendete, war diese Beziehung mit einem Schlag komplett erledigt, samt aller Gefühle und Bindungen. Mit sämtlichen anderen Frauen aus der Aufzählung - mit Ausnahme von Heidi - pflege ich noch immer einen guten, wenn nicht freundschaftlichen Kontakt. Die Verbindung mit Franziska ist komplett gekappt. Warum eigentlich? Es war an und für sich ein wunderbarer, klassischer Start. Nach Hübscheis Geburtstagsfeier Ende Mai gingen noch ein paar von uns weg ins Kafka. Es dauerte nicht lange und schon war ich mit Franzi im Gespräch, die ich zuvor weder kannte noch sie oder ihre Freundinnen je zuvor gesehen hatte. Eine Woche später hatten wir ein Date beim Italiener in Siegsdorf. Es war ein schöner Abend und es war beinahe klar, dass wir uns wiedersehen würden. So nahm es dann letztlich seinen Lauf. Wir trafen uns ein-, zweimal die Woche, sie schlief bei mir, es war eigentlich schön und wir waren fast schon auf dem besten Weg in eine Beziehung und doch gab es eine hand voll Sachen, die sich nicht richtig anfühlten. Ich kann nicht genau beschreiben, was es war. War es ihre frühere Beziehung zu Alwin? Lag es daran, dass sie anfangs sogar noch mit ihrem Ex-Freund in der gemeinsamen Wohnung lebte und er ihr andauernd nachstellte? War es deswegen, dass wir immer das Gefühl hatten, es könnten uns Späher bemerken? Lag die Schuld gar darin, dass ich kaum um sie kämpfen musste und sie schon Zukunftspläne schmiedete? Möglicherweise eine Addition der einzelnen Punkte oder aber schlicht und ergreifend, dass meine Gefühle für sie letztlich nie ganz da waren. Sei es wie es ist, Franzi war und ist ein unheimlich hübsches, zartes Mädel und ich bereue die schöne Zeit und die Erfahrung, die ich mit ihr gemacht habe, überhaupt nicht, ebenso wenig aber auch den Entschluss, das ganze schon recht bald zu beenden.

Bea: Nach den eingangs erwähnten Kriterien hätte diese Frau hier überhaupt nichts verloren, denn es "lief" mit ihr bislang rein gar nichts. Bis vor kurzem kannte ich sie praktisch gar nicht, wir waren nur auf facebook "befreundet" und kannten uns nur über gemeinsame Bekannte. Persönlich begegnet, zumindest wissentlich, waren wir uns nie. Hin und wieder reagierte sie auf einen "Schwiegertochter gesucht" - post von mir, unser offensichtlich einziges gemeinsames Hobby. Ich weiß nicht mal mehr genau was mich dazu brachte, sie vor knapp zwei Wochen einfach mal so anzuschreiben und auch das ganz harmlos und ohne besondere Hintergedanken. Wie es der Zufall will stand sie am selben Abend in der Villa plötzlich da und wir verbrachten fast die ganze Zeit miteinander, eine Woche später im Kafka und dann wieder Villa beinahe das selbe Programm. Sie war es dann, die mich gefragt hat, ob wir einmal essen gehen können, auch haben wir ausgemacht, dass ich sie bald zu "schwer verliebt" besuche und zu meiner Theatervorstellung will sie auch kommen. Auch ein - wirklich ganz kleines - Weihnachtsgeschenk habe ich schon für sie vorbereitet. Ich werde einfach sehen, wohin das führt und mich mit Sicherheit nicht verrückt machen lassen. Dennoch kann ich gar nicht anders als zu sagen, dass sie, abgesehen davon, dass sie auch sehr sympathisch wirkt, eine der umwerfendsten Frauen ist, die ich je gesehen habe. So hübsch, dass mir fast der Atem stockt.

Saturday Night!
Man kann es drehen und wenden wie man will, ich hätte den vorangegangenen Abschnitt niemals so schreiben können, hätte ich nicht auch in diesem Jahr und darüber hinaus eine fast schon suchtartige Lust am Furtgehen gespürt. Ich kann mich erinnern, dass vor vielen vielen Jahren einmal der Poppey gesagt hat, er würde die ganze Woche eigentlich nur fürs Wochenende arbeiten. Ich kann das mittlerweile voll unterschreiben. Ich glaube die Wochenenden, an denen ich heuer nicht wenigstens einmal in irgend einem Club oder auf einer Party war, kann man an einer Hand abzählen. Manch einer mag sich nach so einem Satz verwundert die Augen reiben und sich fragen, warum ich dann nie in München, Salzburg, Rosenheim.....bin. Die Antwort ist ganz einfach. Ich bin mit dem - wenn man so will - Traunsteiner Mikrokosmos vollkommen zufrieden. Kafka, Metro, Villa, dazu im Sommer diverse Events und Festl, mal das ein oder andere Außergewöhnliche dazu. Das reicht mir vollkommen. Und ich habe auch nie das Gefühl, immer nur die selben (langweiligen) Leute zu treffen. Ganz im Gegenteil, nach und nach lerne ich immer neue Leute kennen, oder bin mit meinen Freunden unterwegs, oder mit meiner Schwester und ihren Mädls oder mit irgendwelchen anderen Gruppen oder aber alles auf einmal. Ich fühle mich erstaunlicherweise, trotzdem ich in der Regel nicht unerheblich älter bin als meine Begleitungen, nicht im Geringsten fehl am Platz. Zugeben muss ich aber offen und ehrlich, dass für mich der Spaß auch immer mit einer meist ordentlichen Menge Alkohol verbunden ist. Konsumiere ich diesen nicht, habe ich entweder gar keine richtige Lust oder gehe bald heim. Ich habe mich mit dieser Tatsache arrangiert. Für mich ist Alkoholgenuss nur in Verbindung mit einer größeren Gesellschaft wirklich sinnvoll. Im kleinen Kreis trinke ich nur in Maßen und alleine überhaupt nicht. Ich sehe darin keine Logik. Und so lebe ich nun in dieser meist in Traunstein stattfindenen Wochenend-Nachtwelt und fühle mich dort pudelwohl.
Natürlich aber hat auch das einen Haken, über den ich mich immer wieder einmal gezwungen sehe, nachzudenken. Wenn man seine freie Zeit so intensiv mit seinem aktuellen Vergnüglichkeiten ausfüllt, so bleibt anderes zwangsläufig auf der Strecke. Während es mir gelingt, dies in Sachen Kino mit Huber noch sehr gut zu kompensieren, bleibt mein Zocker-Hobby fast schon zwangsläufig auf der Strecke, noch dazu, wo ich meine freie Zeit heuer hauptsächlich mit Büchern verbrachte. Noch mehr aber beschäftigt es einen natürlich, wenn uralte enge Freundschaften durch diese Fliehkräfte auseinander driften. Während ich mittlerweile wohl in vielen Belangen den Andi als wichtigste Freundschaftsfigur sehe, hat sich anderes verändert. Dadurch, dass zwischen Andi und Poppey seit einiger Zeit kein Kontakt mehr besteht, habe ich auf Poppey fast nur noch während des Weggehens Zugriff. Wie schon angedeutet ist und bleibt Huber der Fels in der Brandung und bildet eine der wenigen Konstanten in meinem Leben seit vielen Jahren schon. Auch der Hübschei ist eine Sonderfigur, den man - vor allem im Winter - auch mal zwei, drei Wochen überhaupt nicht zu sehen braucht und trotzdem ist er immer da, für jeden Scheiß, für jede Idee zu haben, auch wenn er immer mal wieder kein Geld hat mit auf die Piste zu gehen, obwohl er selbst sagt, wie gern er das öfters machen würde. Die für mich tragische Figur in der Entwicklung diesen Jahres ist natürlich Fems. Das Weggehen und zusammen bis in die Morgenstunden Party machen war noch nie ein Fundament unserer Freundschaft und das ist auch wirklich gut so. Ich würde auch nie verlangen oder blöd daherreden, wenn er diesem meinem Beispiel nicht folgt. Tatsache ist trotzdem, dass er sich und - was natürlich zweifellos dem gegenwärtigen Zustand von Anna geschuldet ist - seine Freundin in einer, für meine Begriffe, Welt frei von großen sozialen Kontakten einigelt. Das hat sich in den Jahren zuvor schon angedeutet, doch so "schlimm" wie heuer war es noch nie. Das Problem, das ich damit habe ist, dass ich keinen großen Wert mehr lege auf die Gesellschaften, die in dieser Konstellation überhaupt noch möglich sind. Oder um einmal im Klartext zu sprechen. Pärchenabende werden in dieser Form für mich nicht mehr oder zumindest nur noch selten stattfinden, da ich sie als Zeitverschwendung sehe. Ich mag die Bedon soweit wirklich gerne und auch die Eiskönigin finde ich als Person nicht unangenehm, aber im Endeffekt sind es nicht wirklich MEINE Freunde. Wenn ich Axel so treffe, kann ich als einzelne Person mit ihm eine mordsgaudi haben, aber was habe ich von Gini und Axel? Was habe ich von Bedon und Lukas? Von Woife und Andrea? Wir unterhalten uns lang und breit, wie der altkluge Lukas wieder nervt und mehr weiß von der Welt als Zeus und Allah zusammen? Das ist doch bescheuert! Warum soll ich mir das geben? Davon abgesehen spielt es für mich von der Qualität des Abends keine Rolle, ob wir im Mauracher sitzen, oder im Senses, oder im Papillon oder in der Hundskugel oder bei irgendwem daheim auf der Couch. Die Geschichten von Lukas' starker Blasenbildung bei seiner 5. Pyrenäenüberquerung klingen überall gleich langweilig. Da unterhalte ich mich lieber mitm Lexi in der Villa. Es tut mir ehrlich leid aber es ist so.

Hin und zurück
Ich bin wieder voll im Arbeitsleben angekommen. Nach meinem Urlaub Ende April weiß ich aber, dass ich "meinen" Pohlig wieder verlassen werde. Ich habe dies nach reifer Überlegung beschlossen. Wochen vergehen. Anfang Juni sage ich es meinen Kollegen und der Geschäftsleitung. Was dann passiert ist einfach unglaublich. Quer durch alle möglichen Abteilungen sind die Leute offenbar traurig über diese Neuigkeiten, egal ob Reha oder OT. Ich werde Ende Juni mit einer solchen Herzlichkeit verabschiedet, dass es mir beinahe die Tränen in die Augen treibt. Und doch fühle ich mich so sicher in meiner Entscheidung, dass ich nichts bereue, so sehr ich diesen wilden Haufen auch vermissen werde. Mein Kontakt mit den Leuten bleibt. In diesem Fall ist es tatsächlich mehr als ein dünn dahin gehauchtes Versprechen. Ich bleibe in Kontakt, mit Alwin und Manu sowieso, bin oft und viel unterwegs mit Lena, Evi, Elisa. Weitere trifft man dann unterwegs oder bleibt so in regelmäßigen Kontakt wie mit Katja.
Schon wenige Tage später, am 2.7., ist es soweit. Schon wieder ein erster Tag, schon wieder eine neue Firma. Ich bin frohen Mutes. Zu Beginn ist es natürlich zäh. Der Webshop ist im Aufbau, die Technik stimmt oftmals noch nicht, der Umsatz flaut vor sich hin. Ich lege tausende von Artikel an, drehe hier an einem Rädchen und dort, bisschen Wareneingang, zehn Pakete packen, nachbestellen. So gehen die ersten 1 - 2 Monate rum. So sehr ich das Gefühl habe, dass es schon noch wird, so sehr merke ich an anderer Stelle schon, wie sehr ich meine Arbeit beim Pohlig und vor allem meine Kollegen vermisse, die mich immer wieder auch noch bestärken, doch einfach wieder zurück zu kommen. Ich wische das beiseite. In den nächsten Wochen wird die Arbeit mehr und mehr, die Zeit verrast wie im Flug, ich beginne mich, ab September und Oktober an dieses Tempo zu gewöhnen und denke nicht mehr viel nach über Unstimmigkeiten. Doch langsam merke ich, wie vor allem mein Verhältnis zu meinem weiblichen gegenüber immer schlechter wird. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass sie den ganzen Tag nur dann den Mund aufmacht, wenn sie irgendetwas zu nörgeln hat. Desweiteren geht sie so gut wie nie ans Telefon wenn ich auch im Büro bin, wirft mir ständig Fehler vor und unterstellt bei allen möglichen Ungereimtheiten schon mal prinzipiell mir die Schuld. Am schlimmsten aber ist ihr Ton. Es wird von Tag zu Tag unerträglicher. Jeden Tag wenn ich sie sehe, könnte ich ihr links und rechts schon aus Prinzip ein paar mitgeben. Als wir Mitte Oktober auf einer Arbeitsschutzmesse in Augsburg sind und mir bewusst wird, wie sehr mich diese Arbeitsschuh-Materie nachgerade zu Tode langweilt, läuten bei mir endgültig die Alarmglocken. Noch zwei Wochen warte ich ab, dann überkommt es mich. Ich muss bei Frau Richly bei Pohlig anrufen und fragen, ob ich eine Chance habe zurück zu kommen. Gesagt getan. Nicht einmal weitere zwei Wochen später ist klar, dass ich zurück kommen kann zum 1.1.2013. Ich kann mein Glück kaum fassen. Ich lebte zu der Zeit tatsächlich nur noch fürs Wochenende, doch nun durchströmt mich wieder Energie. Ende November sage ich es meinem Chef, er reagiert sehr verständnisvoll. Die letzte Hürde ist genommen. Mir geht es so gut wie seit Monaten nicht mehr. Zum Ende des Dezembers steht dank Resturlaubs eine arbeitsfreie Zeit von beinahe drei Wochen an. Einen wirklich unschönen Wermutstropfen hat meine Rückkehr zum Pohlig aber. Mein Kollege und Freund Manu hat seinen Vertrag nicht verlängert bekommen. Er läuft zum Ende des Jahres aus. Da ich wieder zurück komme sieht es tatsächlich so aus, als hätte ich ihn - zwar unfreiwillig aber doch - aus der Firma komplementiert. Was mit ihm passiert wäre, hätte ich mich nicht gemeldet, wird wohl niemand mehr beantworten können. Wichtig ist, dass ich mich mit ihm ausgesprochen habe und er mir keinen Vorwurf macht. Ob das andere auch so sehen weiß ich nicht. Es wird sich zeigen. Schon bald!

The Rest?
Wie man unschwer erkennen kann, wurde mein Leben in diesem Jahr ganz besonders durch Menschen geprägt und nicht so sehr wie in früheren Jahren durch meine Hobbys oder durch Medien. Nichtsdestotrotz bin ich diesen Wurzeln, von denen ich immer wieder sagen muss, dass sie mich zu dem machen was ich bin, natürlich immer noch treu. Hier im Einzelnen erwähnt:

- FC Bayern: -.- (was wissen 60er Fans schon von wirklichen Qualen?)

- mein Film des Jahres: The Descendants:...schafft das bemerkenswerte Kunststück, einen beinahe fließend in einem Moment zum Lachen zu bringen und schon im nächsten wieder zu Tränen zu rühren. Auch oder gerade weil die tragikomische Geschichte gar nicht besonders originell ist, fühlt man sich von der ersten Sekunde an in ihren Bann gezogen. Angeführt von einem einmal mehr fantastischen George Clooney überzeugt die komplette Darstellerriege bis in die kleinsten Nebenrollen. Die Charakterzeichnung aller wichtigen Figuren ist durchwegs glaubhaft, die Emotionen sehr intensiv, der Humor kommt weiß Gott nicht zu kurz, die Musik passt wie die Faust aufs Auge und wer angesichts der wunderschönen hawaiianischen Landschaftsbilder nicht am liebsten sofort in den nächsten Flieger hüpfen würde, hat wohl weder einen Sinn für die Schönheit der Natur, noch für Filme dieser Machart. Negative Kritik? Fehlanzeige.

- mein Buch des Jahres: Das Lied von Eis und Feuer (Band 1 - 4): Danke Fems, dass du mich dazu gebraucht hast, dieses Fantasy-Meisterwerk zu beginnen. Auch wenn ich recht langsam lese, so bin ich doch schon süchtig danach

- mein Spiel des Jahres: The Legend of Zelda: Skyward Sword: was war ich am Anfang skeptisch ob des seltsamen Grafikstils irgendwo zwischen Wind Waker und Twilight Princess. Ehrlich muss ich zugeben, die ersten Bilder gefielen mir überhaupt nicht und es dauerte auch eine Zeit, bis ich mich durch die ersten Spielstunden gekämpft habe, doch dann schlug das Spiel zu und zwar im ganz großen Stil. Die schöne, helle Welt ist eine wunderbare Abwechslung zu der sehr düsteren von Twilight Princess, die Dungeons sind wieder spitze, das Design großartig und die Himmeloberwelt so wunderbar heimelig, dass man immer wieder mit Freude zurückkehrt. Ich habe es kaum für möglich gehalten aber mit Skyward Sword ist Miyamoto erneut der ganz große Wurf gelungen. Ist es vielleicht sogar das beste Zelda aller Zeiten? Ich schäme mich nicht, darüber nachzudenken.


Das Jahr ist fast beendet. Was für ein Jahr war 2012? Ich finde ein großartiges. Ich hoffe, es läuft weiter so. Ein Jahr zuvor noch hätte ich das nicht für möglich gehalten.